Baden
Stephan Attiger hat viel erreicht und ist sich dennoch selbst treu geblieben

Er ist unauffällig und drängt sich nicht ins Rampenlicht. Das ist dem abtretenden Stadtammann Stephan Attiger fast zum Verhängnis geworden.

Roman Huber
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Der abtretende Badener Stadtamman Stephan Attiger.

Der abtretende Badener Stadtamman Stephan Attiger.

Alex Spichale

Stephan Attiger ist ein atypischer Politiker. Er lässt sich nicht bedrängen und drängt sich nicht ins Rampenlicht. Seine unauffällige Art wäre ihm als Stadtammann-Kandidat fast zum Verhängnis geworden. Aus einem scheinbaren Kopf-an-Kopf-Rennen ging er damals als klarer Sieger hervor.

Unauffällig heisst aber nicht, dass er als Ammann keine Spuren hinterlassen hätte. Die gute Vorgabe seines Vorgängers Sepp Bürge übernahm er treuhänderisch zum Wohle Badens und brachte neue Ideen ein. Indem er sich selber stets treu geblieben ist, holte Attiger rasch Sympathien in allen politischen Lagern ab. Wer Ideen einbrachte, fand Gehör, egal ob Senior oder Jugendlicher, egal welcher politischen Couleur, mit welchem Bildungs- oder sozialen Hintergrund.

Die Stärke Attigers zeigte sich in Baden darin, dass er quer liegende Anstösse entgegennahm und konstruktiv diskutierte. Seine liberale, gewinnende und transparente Art, komplexe Projekte voranzubringen, beeindruckte – auch Andersdenkende.

Stephan Attiger war nie anbiedernd, dafür umsichtig. Er führte nicht selbstherrlich, jedoch selbstbewusst und zielstrebig, in der Absicht, die beste Lösung für das Wohl der Stadt und deren Bevölkerung zu finden. Eine seiner besonderen Qualitäten ist, dass er Probleme ernst nimmt und dabei den Humor nicht verliert.

Die harmonische Wirkung in der Stadtverwaltung, ebenso im Einwohnerrat und in den Kommissionen war spürbar. Diskussionen wurden keineswegs weniger gründlich oder zaghaft geführt, im Ton aber respektvoller. Und wichtig: Stephan Attiger ist ein Mann des Volkes, nicht der Classe politique. Als Regierungsrat ist er ein Gewinn, für Aarau und den ganzen Kanton.

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