Stetten
Trotz tiefer Kosten für Tempo 30: Die Meinungen im Dorf driften auseinander

Am Mittwoch entscheidet die Gemeindeversammlung in Stetten über die flächendeckende Einführung von Tempo 30. Die Kosten sind mit 50'000 Franken vergleichsweise tief. Dennoch finden manche, man solle das Geld sinnvoller ausgeben.

Andreas Fretz
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Wird in Stetten bald flächendeckend Tempo 30 eingeführt?

Wird in Stetten bald flächendeckend Tempo 30 eingeführt?

Alexander Wagner

Gemeindeammann Kurt Diem (FDP) ist gespannt, wie sich die Stimmbevölkerung am Mittwoch entscheiden wird. An der Gemeindeversammlung ist ein Verpflichtungskredit über 50'000 Franken traktandiert. So viel kostet gemäss einer Studie die flächendeckende Einführung von Tempo 30 im Dorf.

Das Begehren geht auf einen Überweisungsantrag aus der Gmeind zurück. «Der Druck aus bestimmten Bevölkerungsgruppen ist immer grösser geworden», sagt Diem. Vor allem die Bewohner des Unterdorfs und Eltern von Schulkindern wünschten sich Tempo 30. «Der Sicherheitsgedanke ist der treibende Faktor», sagt Diem.

Gutachten sagt: Tempo 30 ohne bauliche Massnahmen möglich

Das Verkehrsgutachten eines Ingenieurbüros hat ergeben, dass Tempo 30 ohne bauliche Massnahmen umsetzbar wäre. Es müsste nur die Signalisation geändert werden. Darin sieht Diem einen gewichtigen Pluspunkt: «Es müssten keine Schwellen oder Verkehrsinseln gebaut werden. Deshalb wäre eine Umsetzung auch verhältnismässig günstig.» Klar war für den Gemeinderat: wenn Tempo 30, dann flächendeckend. Einen Flickenteppich will man vermeiden. Das Gutachten stützt diese Meinung. Bisher gilt nur in der Schulhausstrasse Tempo 30.

In der Schulhausstrasse gilt bereits heute Tempo 30.

In der Schulhausstrasse gilt bereits heute Tempo 30.

Severin Bigler

Die Meinungen im Dorf gehen auseinander

Diem weiss aber auch, dass die Meinungen im Dorf auseinandergehen. Messungen haben ergeben, dass auf den engen Dorfstrassen das Tempo ohnehin schon moderat ist. Und die Kantonsstrassen wären, anders als viele hofften, von der Signalisationsänderung nicht betroffen. «Kritiker meinen, man könnte das Geld sinnvoller ausgeben», sagt Diem. «Wir lassen uns vom Resultat der Abstimmung überraschen.» Sollte der Kredit bewilligt werden, wird das Baugesuch ausgearbeitet und öffentlich ausgelegt. Die Umsetzung könnte dann 2022 erfolgen.

Weihnachtsbeleuchtung: Leute dürfen für ihren Favoriten abstimmen

Weiter sind verschiedene Kreditabrechnungen, Satzungs- und Reglementänderungen traktandiert. Der Steuerfuss soll bei 99 Prozent bleiben, das Budget 2022 weist einen Ertragsüberschuss von 38800 Franken auf. Weiter möchte der Gemeinderat über eine zukünftige Weihnachtsbeleuchtung diskutieren. Bei internen Gesprächen hat das Gremium festgestellt, dass die Geschmäcker sehr verschieden sind. «Auch die Preisspanne ist enorm», sagt Diem. Deshalb sollen nun in der Region Centralplatz/Volg an Kandelabern vier Beleuchtungsmuster ausgestellt werden. Die Leute können dann für ihren Sieger eine Stimme abgeben. Das Siegerprojekt wird vom Gemeinderat weiter verfolgt. Zukünftig, wohl frühestens ab Weihnachten 2023, sollen 24 Kandelaber das Dorf feierlich beleuchten.

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