Stetten
Stetten wirbt mit Film für die Attraktivität des Dorfes

Die Gemeinde geht mit dem Zeitgeist und macht mit einem Videoporträt auf dem Internet Werbung fürs Dorf. Dass die bekannten Störche auf dem Hochkamin der Schnapsbrennerei Humbel nicht über den Bildschirm flimmern, hat bisher noch keiner beklagt.

Erna Jonsdottir
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Stetten anno dazumal: Screenshot vom sechsminütigen Videoporträt, kürzlich Woche aufgeschaltet wurde.

Stetten anno dazumal: Screenshot vom sechsminütigen Videoporträt, kürzlich Woche aufgeschaltet wurde.

Screenshot Film

Wer sich über die Gemeinde informieren will, kann das ab sofort mit einem Onlinefilm tun: Kürzlich ist ein Videoporträt auf der Internetseite der Gemeinde aufgeschaltet. Damit geht der Gemeinderat mit dem Zeitgeist: «Ganz wenige rufen heute noch bei der Gemeindekanzlei an und bestellen eine Broschüre», sagt Ammann Kurt Diem. Heutzutage laufe doch alles über das Internet, das sei praktischer und schneller als auf dem Postweg. Die Idee, diesen Film zu drehen, ist nicht weit hergeholt. Für die Gewerbeausstellung in Niederrohrdorf 2006 hatten sich mehrere Gemeinden zusammengeschlossen, um einen Film über die ganze Region zu drehen. «Ich fand das schon damals eine tolle Idee. Als wir im letzten Jahr bemerkten, dass unsere Infobroschüren zu Neige gehen, beschlossen wir, 4000 Franken für ein Videoporträt ins Budget aufzunehmen.» Broschüren gebe es zwar noch. «Wir wollen jedoch sparsam mit dem Papier umgehen.» Ob weitere Infobroschüren nachgedruckt werden, das sei ein Entscheid, der noch gefällt werden müsse.

Den Film gedreht hat die Firma Egger Film aus Stetten. Thomas Egger, der seit zwei Jahren in Stetten wohnt, hatte laut Kurt Diem dabei mehr oder weniger freie Hand. «Es ist mein erstes Porträt einer Gemeinde aus dieser Region», sagt der Filmemacher, der in der ganzen Schweiz touristische Dokumentarfilme dreht. Vorlage sei die Infobroschüre der Gemeinde gewesen, so Egger. «Die erste Variante dauerte zehn Minuten, was viel zu lang ist für ein Videoporträt über ein Dorf», erklärt Egger. Deshalb habe er den Film gekürzt. Diem fügt hinzu: «Die Produktion war ein monatelanger Prozess. Wir sichteten seinen Vorschlag und schliffen gemeinsam daran», erklärt Diem.

Störche nicht vermisst

Das Endprodukt präsentierte der Gemeinderat zum ersten Mal am Neuzuzügeranlass im Juni, später dann auch an der Ortsbürger- und Einwohnergemeindeversammlung. «Der Film erhielt grossen Applaus», freut sich Diem. Trotzdem: Wer sich diesen anschaut und Stetten kennt, könnte etwas vermissen: die Störche auf dem Hochkamin der traditionsreichen Brennerei Humbel. «Dass die Störche fehlen, ist uns erst aufgefallen, nachdem uns eine Person an der Ortsbürgergemeinde darauf hingewiesen hatte.» Sie seien (noch) gar kein Thema gewesen, sagt Diem. Stetten sei nicht nur ein Storchendorf, sondern mit seiner Industrie und seinem Gewerbe auch ein sehr attraktiver Arbeitgeber. Zudem hätten nicht alle Betriebe im Film vorkommen wollen. «Das muss man akzeptieren.» Wer weiss, vielleicht werden sie bei einem Update zum Thema; weder Diem noch Egger schliessen das aus.

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