Bereits im Herbst 2014 kündigte der Gemeinderat an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung zur Schulraumerweiterung und Doppelturnhalle an, dass aufgrund der Investitionen der Steuerfuss im Jahr 2018 auf 110 Prozent steigen soll. Zur Erinnerung: Damals, 2014, lag der Steuerfuss noch bei 90 Prozent und stieg 2016 auf 96 Prozent. Dies, weil die Gemeinde seit dem Jahr 2016 die Unterbringungskosten von Kris V., dem Mörder der 17-jährigen Boi, zahlen muss und deshalb den Steuerfuss erhöhte.

Nun soll der Steuerfuss zwar lediglich auf 103 statt auf 110 Prozent steigen. Doch dies entspricht einer Erhöhung um zehn Prozentpunkte. Denn eigentlich wäre die Gemeinde verpflichtet, wegen des dreiprozentigen Steuerfussabtauschs mit dem Kanton den Gemeinde-Steuerfuss um drei Prozentpunkte zu senken, also von 96 auf 93 Prozent. Tut sie dies nicht, muss sie für die drei Prozentpunkte eine Steuererhöhung beantragen.

Mit dem neuen Finanz- und Lastenausgleich, der 2018 zum Tragen kommt, ergibt sich für Mägenwil eine neue Ausgangslage: Die neue Aufgabenteilung beinhaltet unter anderem einen Fonds für kostenintensive Einzelfälle wie Kris V. Dank dem Fonds müssen Gemeinden für eine fürsorgerische Unterbringung pro Fall und Jahr maximal 60'000 Franken zahlen. Das entlastet die Gemeinde. In der Vorlage zur Gemeindeversammlung heisst es, die unter anderem wegen der steigender Sozialhilfekosten erfolgte Steuerfusserhöhung von 90 auf 96 Prozent soll um vier Prozentpunkte teilweise zurückgenommen werden.

Trotz der Steuerfusserhöhung resultiert im Budget 2018 unter dem Strich ein Minus von 480'500 Franken. Dank der Entnahme von 530'700 Franken aus der Aufwertungsreserve resultiert im Gesamtergebnis ein kleines Plus von 50'200 Franken. In den nächsten fünf Jahren sind Investitionen von rund 8,8 Millionen Franken geplant. (Gal)