Wettingen
Stiftung für Behinderte: Kinder schreiben Texte für die Webseite

Über 30 Kinder beteiligen sich an der neuen Website der Stiftung für Behinderte. Ihre Texte in einfacher Sprache machen die Seite für alle Besucher verständlich und verschaffen den Kindern einen Zugang zu den Menschen der Stiftung.

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Nach den Interviews mit den Angestellten schreiben die Kinder ihre Texte.ZVG

Nach den Interviews mit den Angestellten schreiben die Kinder ihre Texte.ZVG

Konzentriert sitzen Timea und Leila am Tisch und schreiben einen Text übers «Stöckli». «Das ist ein Wohnhaus für ältere, ähm ..., wie sagt man schon wieder», wendet sich die Elfjährige an ihre Kollegin. «Beeinträchtigte Menschen», antwortet diese und schreibt weiter.

Zusammen mit 30 weiteren Kindern zwischen 9 und 12 Jahren verbrachten sie während der Herbstferien einen Tag im Arwo (Stiftung für Behinderte, Wettingen, arbeiten und wohnen). «So bekommen sie einen Zugang zu unseren Menschen mit besonderen Bedürfnissen, und wir erhalten leicht geschriebene Texte für unsere Homepage», erklärt Geschäftsleiter Roland Meier, wieso man Kinder ins Arwo eingeladen hat.

Während des Rundgangs durften die Schüler zweimal Interviews mit den Angestellten führen und mehr über den Alltag im Arwo erfahren. Die gesammelten Informationen haben sie aufgeschrieben. Die Texte werden auf der neuen Homepage veröffentlicht, die Anfang 2015 aufgeschaltet wird.

Auf dieser kann man zwischen «normaler» und «leichter» Sprache wechseln. «Diese kurzen Texte können auch von kognitiv beeinträchtigten Menschen verstanden werden», begründet Meier. Alle Texte und Dokumente werden zudem auch hörbar sein. Mit seiner kurzen, prägnanten Beschreibung des Arwo beweist der 12-jährige Fabio, dass er das kann: «Arwo ist ein Ort, wo Leute die eine Behinderung haben, leben und arbeiten dürfen.»

Barrierefrei noch selten

Die Anforderungen an die Website sind hoch, soll sie doch von Blinden, Gehörlosen oder Menschen mit geistiger Einschränkung gleichermassen genutzt werden. So muss die Website auch auf den Blinden-Computern funktionieren. Sind alle Hürden beseitigt, so will das Arwo die Website zertifizieren lassen.

In der Schweiz gibt es erst wenige zertifizierte Seiten. Auch die Möglichkeit, in eine einfache Sprache zu wechseln, ist hier zulande noch selten möglich. Pro Infirmis Zürich will demnächst das erste Schweizer Büro für «Leichte Sprache» eröffnen. (az)

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