Baden
Stille Genussmeile für die Badenfahrt

Der Badener Weinhändler Daniel Cortellini wünscht sich auch ruhige Badenfahrt-Ecken – drei Vereine haben nun Projekte entworfen. Er möchte noch keine Details verraten, nur so viel sei gesagt: Es soll eine Genussmeile entstehen.

Martin Rupf
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Impressionen vom letzten Stadtfest im Sommer 2012. Auch die Badenfahrt in einem Jahr wird wieder Hunderttausende Festbesucher anlocken.

Impressionen vom letzten Stadtfest im Sommer 2012. Auch die Badenfahrt in einem Jahr wird wieder Hunderttausende Festbesucher anlocken.

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Noch bleiben den Vereinen 10 Tage, um ihre Festbeizen-Projekte für die Badenfahrt 2017 einzureichen. Bereits jetzt steht fest, dass der Wunsch des Badener Weinhändlers Daniel Cortellini nach «einem stillen Bänklein» Realität werden soll. Details möchte «Corti» noch keine verraten, und doch lässt er sich ein paar Angaben entlocken. «Mindestens drei Vereine werden je ein Festbeiz-Projekt einreichen, die zusammen eine Genussmeile bilden.» Alle drei Beizen seien auf einer Strecke von rund 1,2 Kilometern angedacht, die quer durch das Festgebiet führen wird.

Wo genau die Beizen realisiert werden sollen, verrät Cortellini nicht. Nur so viel: Eine Beiz soll mitten im Festgebiet erstellt werden, zwei weitere etwas ausserhalb des offiziellen Festperimeters. «Bei der einen Beiz werden die Festbesucher in romantisch-stiller Umgebung auf lauschiges Nass blicken dürfen.» Täglich sollen dort bis zu 60 Personen mit einem Gourmet-Menü verwöhnt werden. «Beim zweiten Ort ist eine kulinarische Weltreise angedacht», so Cortellini. Und beim dritten Ort sei bereits ein Schreinerwettbewerb für 20 «Corti-Bänkli» aufgegleist. «In einem heute noch nicht erschlossenen Park soll lauschiges Sein bei Kerzenlicht geboten werden», kommt Cortellini ins Schwärmen. Allen drei Beizen sei gemein, «dass sie Orte von hoher Begegnungsqualität sein werden, wo bei ruhigem und fröhlichem Ambiente gute Gespräche geführt werden können».

Quartiervereine nicht dabei

In seiner Kolumne für das Badener Tagblatt Ende letzten Sommer äusserte Cortellini den Wunsch nach einer stillen Badenfahrt. Gleichzeitig rief er Vereine dazu auf, sich für diese Idee zu melden, und skizzierte gleich eine konkrete Idee: «Sollten sich zehn solche ‹Slow-Fest›-Anwärter melden, dann sollten wir mit dem Badenfahrt-Komitee ein eigenes Quartier für diese absprechen.» Prompt griffen verschiedene Quartiervereine «Cortis» Wunsch auf und präsentierten die Idee eines stillen Dörfchens auf dem Kirchplatz.

Bei den drei Vereinen, die jetzt ein konkretes Projekt einreichen, sei aber laut Cortellini kein Quartierverein dabei, ohne aber zu verraten, um welche drei Vereine es sich handelt. «Die Türe bleibt offen für weitere Vereine, die mit ihrem Projekt zum Slow-Fest-Spirit beitragen wollen», so Daniel Cortellini, der die Projekte koordiniert.

Er betont, dass er die «Genussmeile» nicht als «kleine Badenfahrt in der Badenfahrt», geschweige denn als Konkurrenz zur Badenfahrt sehe. «Vielmehr betrachte ich sie als Qualitätslabel für die Badenfahrt.» Er sei denn auch nach wie vor davon überzeugt, dass das Bedürfnis nach ruhigen Ecken gegeben ist. «Es gab zwar auch an vergangenen Badenfahrten immer wieder lauschige Beizen, die dann aber vom Mainstream flachgewalzt wurden, weil die Spielverderber einfach nicht zurückgebunden wurden.» Er selber habe mal an einem Abend seine Stimme verloren, weil er ob des grausamen Lärms die ganze Zeit schreien musste. «Zugegeben, wir ritzen den Festperimeter ein bisschen, aber da finden wir mit dem Organisationskomitee bestimmt den Rank», ist Cortellini überzeugt.

Noch kein Austausch mit OK

Fakt ist aber: «Bis heute ist noch kein OK-Mitglied auf mich zugekommen, um mit mir über die Ideen zu sprechen, was ich ehrlich gesagt schon ein wenig bedaure», sagt Cortellini. Er gehe davon aus, dass das OK grundsätzlich grünes Licht für die Projekte geben wird, «da es die Genussmeile ebenfalls als Bereicherung für das ganze Fest sieht».

Man darf gespannt sein, ob dem so sein wird. Denn Anfang Jahr antwortete Festgestalterin Eliane Zgraggen auf die Frage, was sie von «Cortis» Idee halte, an der Badenfahrt auch eine ruhige Zone zu schaffen: «Es gibt keine leisen Zonen im Festperimeter der Badenfahrt.» Man habe aber das Festgebiet bewusst so gegliedert, dass jeder Festbesucher auf seine Rechnung kommen wird. «Wer es etwas ruhiger haben will, fühlt sich im Kurpark oder unten am Flussraum sicher am wohlsten», so Zgraggen damals. Oder eben auf Cortellinis Genussmeile, sollte sie vom 18. bis 27. August 2017 tatsächlich realisiert werden.