Würenlos

Stimmbürger geben den Weg zu neuen Fussballplätzen frei

Das künftige Fussballareal Tägerhard Das hölzerne Dreieck ist ein Messpunkt, mit dem die Erdbewegungen in der aufgefüllten Kiesgrube kontrolliert werden. Foto Dieter Minder.JPG

Das künftige Fussballareal Tägerhard Das hölzerne Dreieck ist ein Messpunkt, mit dem die Erdbewegungen in der aufgefüllten Kiesgrube kontrolliert werden. Foto Dieter Minder.JPG

Im Tägerhard an der Industriestrasse plant die Gemeinde Würenlos zwei Fussballplätze sowie weitere Infrastrukturbauten. Mit ihrem Ja haben die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend den planerischen Weg frei gemacht.

„Mit der Zonenplanänderung wollen wir im Tägerhard diverse Vorhaben planungsrechtlich sichern", sagt Gemeindeammann Hans Ulrich Reber und betonte: „Es geht noch nicht um Projektkredite." Auf dem Areal sollen zwei Fussballfelder, weitere Bauten für die Sportanlagen, ein Werkhof und eine Versickerungsanlage realisiert werden.

Basierend auf dem Mobilitätskonzept enthält der Plan auch eine Haltestelle für die RVBW, die dannzumal eine Linie durch die Tägerhard- bzw. Industriestrasse betreiben soll. Die Eile war gegeben, weil das neue, wesentlich restriktivere Raumplanungsgesetz im Frühjahr in Kraft treten wird. „Wir wollen diese Zonenplanänderungen noch nach altem Recht abwickeln", sagte Reber. Die Versammlung folgte dem Gemeinderat und hat sie ohne Gegenstimme gut geheissen.

Im Namen der Finanzkommission betonte auch Marco Galli: „Man muss diesen Antrag aufnehmen." Zugleich schränkte er ein: „Das ist aber noch kein bedingungsloses Ja zur Realisierung der Anlagen". Zuvor brauche es Klarheit über die Kosten.

Die Investition dürfte bei 3 Millionen Franken liegen. Reber betonte, es werde nichts realisiert, ohne dass es bezahlt werden könne und dass die Gemeindeversammlung zustimme. „Wir werden bei der Finanzierung sehr kreativ sein müssen", sagt er. Mit den Sportvereinen würden Gespräche über Beteiligungen geführt. Zudem stellt er in Aussicht, dass sich Wettingen an den Kosten beteiligen werde.

Mit einer weiteren Zonenplanänderung im Tägerhard ermöglicht die Gemeinde den weiteren Abbau von Kies.

Ein Platz für Fahrende aus der Schweiz

Beim Hof Klosterschür leben seit Jahren Fahrende. Ebenfalls mit einer Zonenplanänderung wird das Areal nun zu einem kantonalen Platz für Fahrende. „Es werden dort nur Fahrende aus der Schweiz oder mit Schweizer Pass leben", sagte Gemeindeammann Reber. Zudem sei die Aufenthaltsdauer auf 1 Monat beschränkt.

Die Frage aus der Versammlung, ob die Fahrenden eine Gebühr oder Steuern zahlen müssten, verneinte Reber. Die Gemeinde werde aber nichts investieren müssen. Der Platz befindet sich auf Privatgrund. Bei dieser Zonenplanänderung gab es etwa ein Dutzend Gegenstimmen.

Neue Wasser- und Abwasserleitungen

Im Gebiet Gatterächer wurden schon Wohnhäuser gebaut und weitere sind in Planung. Damit werden neue Abwasserleitungen nötig sein. „Es ist die Strategie der Gemeinde, langfristig ein Trennsystem für die Abwässer zu erstellen" sagte Johannes Gabi eingangs des Traktandums.

Das Meteorwasser, also dasjenige von den Dächern und Vorplätzen, soll direkt in den Bach und nicht mehr durch die Kanalisation in die Abwasserreinigungsanlage fliessen. Mit den an der Versammlung einstimmig bewilligten 544 000 Franken sollen die Leitungen gebaut werden. Im Kredit sind weiter Zuleitungen zu den Dorfbrunnen enthalten: „Sie dienen auch unserer Notwasserversorgung", ergänzte Gabi.

Der Kredit wurde einstimmig gutgeheissen. Auf die Frage, ob diese Investition im Finanzplan enthalten sei, konnte der Gemeinderat allerdings keine korrekte Antwort geben.

Da nur 120 der 3944 Stimmberechtigten anwesend waren, unterliegen alle Beschlüsse dem fakultativen Referendum.

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