Ennetbaden
Strahlend schönes Schmuckstück: Die Brasserie Schwanen ist eröffnet

Nach zweijähriger Bauzeit erstrahlt der Speisesaal in neuem Glanz – Ennetbaden hat ein neues Schmuckstück. Die Eröffnung der Brasserie bildet quasi den finalen Höhepunkt des ganzen 60 Millionen Franken teuren Umbauprojekts.

Martin Rupf
Merken
Drucken
Teilen
Bauherr Hans-Rudolf Wyss zeigt sich mit dem Umbau sehr zufrieden.

Bauherr Hans-Rudolf Wyss zeigt sich mit dem Umbau sehr zufrieden.

Chris Iseli

Von aussen wirkt die Fassade des «Schwanen» in Ennetbaden unscheinbar. Umso eindrücklicher präsentiert sich das Innere – allen voran der frisch restaurierte Jugendstil-Esssaal. Hohe, neubarock verzierte Fenster, grossflächige Deckenmalerei mit Engel- und Blumenmotiven und zwei grosse Kronleuchter dominieren das Bild.

Die Brasserie Schwanen lädt hier neu zum Essen – und Staunen ein. Während zweier Jahre wurde das ehemalige Hotel Bad Schwanen sorgfältig restauriert. Bereits im Dezember sind die 15 Hotel- und Business-Apartments und die fünf Mietwohnungen in Betrieb genommen worden.

Die Eröffnung der Brasserie bildet quasi den finalen Höhepunkt des ganzen Umbauprojekts, in das Hans-Rudolf Wyss, Inhaber der für den Neubau verantwortlichen Bauherrin Wyss Holding AG, über 60 Millionen Franken investiert hat. «Ich bin sehr glücklich und stolz, wie alles rausgekommen ist», so Wyss.

Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Der Eingangsbereich.
9 Bilder
Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Tony Rexhaj, neuer Wirt Brasserie Schwanen.
Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Othmar Angst, Directeur de cuisine.
Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Der Brasseriesaal, der besonders denmalgeschützt ist.
Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Lampe im Brasseriesaal.
Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Alte Böden liess man erhalten.
Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Im Treppenhaus
Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Der Eingangsbereich.
Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Das Fumoir des Schwanen.

Rundgang in den neuen Räumlichkeiten der Brasserie des demkmalgeschützten Schwanen in Ennetbaden. Der Eingangsbereich.

Chris Iseli

Während des Rundgangs präsentiert Wyss denn auch viele historische Details, die dank guter Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege erhalten werden konnten. Das Bauwerk gilt als seltener Fall eines erhalten gebliebenen Jugendstil-Hotels in der Schweiz.

Saal eignet sich auch für Bankette

Die Brasserie bietet Platz für 70 Gäste, gleich daneben gibt es in der grosszügig gestalteten Lounge nochmals knapp 40 Plätze. Und bald schon werden Gäste auch auf der sonnigen Terrasse bedient. Gastgeber der Brasserie sind die Gebrüder Tony und David Rexhaj; die früheren Wirte des «La Cappella» im Kappelerhof.

Die Küche wird französisch-mediterran angehaucht sein. So gehoben und mondän sich der Speisesaal auch präsentiert, ist es Tony Rexhaj ein Anliegen zu präzisieren: «Unsere Preise bewegen sich auf dem Niveau umliegender Restaurants. Und über Mittag bieten wir Menus zwischen 19 und 23 Franken an.»

Wie bei einer Brasserie üblich, gibt es zudem über Mittag an jedem Tag ein anderes, immer wiederkehrendes Menu an. «Wer es gerne etwas unkomplizierter mag, kann sich auch in unserer Lounge verpflegen», betont Rexhaj. Damit Raucher nicht nach draussen müssen, können sie gleich neben der Lounge die gemütliche Cigar Lounge aufsuchen.

Vorerst ist die Brasserie Dienstag bis Samstag von 11.30 bis 23.00 Uhr offen; die Lounge/Bar an den gleichen Tagen von 16.30 bis 24 Uhr. «Für uns ist absolut denkbar, künftig auch sonntags geöffnet zu haben, wenn wir sehen, dass die Nachfrage hierfür gegeben ist», so Rexhaj, der dabei vor allem an die vielen Spaziergänger entlang der Limmat denkt. Der Esssaal könne übrigens auch für Bankette gemietet werden.

Erstmals geschichtlich erwähnt wurde das Hotel 1850. Nach der Erstellung der Badstrasse entlang der Limmat erlebten die «Kleinen Bäder» mit dem internationalen Kurtourismus einen starken Aufstieg, der bis zum Ersten Weltkrieg anhielt. Die Eröffnung der Brasserie erfolgt etwas mehr als 40 Jahre, nachdem der letzte Gast im Hotel Bad Schwanen eingecheckt hatte. Nach der Hotelschliessung wurde das Gebäude nach einer sanften Renovation als Bürogebäude genutzt.

Bauherr Hans-Rudolf Wyss – er plante ursprünglich Hotelzimmer, wovon er aber schliesslich absah – war von historischen Gebäuden schon immer fasziniert: «Zwar ist die Rendite bei solch denkmalgeschützten Gebäuden aufgrund der vielen Auflagen etwas kleiner. Umso grösser ist die Genugtuung, wenn man zum Erhalt eines solch geschichtsträchtigen Hauses beitragen konnte.»