Baden

«Streifkollision nur eine Frage der Zeit»: RVBW bemängeln Sicherheit im Schlossbergtunnel

Nachdem bereits Autofahrer die Sicherheit im Schlossbergtunnel bemängelt haben, wird nun auch von Seiten der RVBW Kritik laut. Der Kanton prüft, die Spuren besser sichtbar zu machen

Die Verkehrsführung und die engen Platzverhältnisse im sanierten Schlossbergtunnel sorgen für viel Gesprächsstoff. Nachdem sich Autofahrer gemeldet hatten, äussern nun auch Bus-Chauffeure Sicherheitsbedenken wegen der schmalen Doppelspur durch den Tunnel in Richtung Zentrum. «Unsere Chauffeure sind sich weitgehend einig: Die Situation ist sehr unglücklich», sagt Thomas Bosshard von der RVBW-Leitstelle. «Es besteht permanent die Gefahr einer Streifkollision, und es ist wohl leider nur eine Frage der Zeit, bis der erste Unfall geschieht.» Es herrsche eine Art Rechtsunsicherheit: «Vor dem Eingang des Tunnels deuten zwei Pfeile auf zwei Spuren hin.

Doch dann fehlt eine gestrichelte Linie, und weil sich die Fahrbahnen leicht verengen, glauben nicht wenige, es handle sich doch nur um eine Spur», sagt Bosshard. Einheimische Autofahrer kämen mit der Situation wohl relativ schnell gut zurecht und hätten teilweise bereits begonnen, im Reissverschlussverfahren hintereinander durch den Tunnel zu fahren, obwohl eigentlich zwei Spuren vorgesehen wären. Doch Auswärtige könnten von der Signalisation und gleichzeitig engen Platzverhältnisse verunsichert werden, meint Bosshard. «Vereinzelt haben unsere Chauffeure damit begonnen, in der Mitte der beiden Spuren Richtung Bahnhof zu fahren und die Fahrbahn quasi zu blockieren», sagt Bosshard.

Ein Lastwagenchauffeur meldete sich online zu Wort: «Ich fahre täglich mehrmals mit dem Lastwagen über diese berühmt-berüchtigte Kreuzung. Die Breite der beiden Fahrspuren stadteinwärts reichen nie und nimmer für einen Lastwagen neben einem heutigen Auto.» Wenn auf der Gegenfahrbahn ein anderer Lastwagen entgegenkomme, werde es gefährlich.
95 Mio. Franken kostet der Umbau des Schulhausplatzes sowie des Schlossbergtunnels, die Stadt finanziert das Projekt zur Hälfte. Ist der Stadtrat zufrieden mit dem Ergebnis? Stadtammann Markus Schneider (CVP), der schon mehrmals mit dem Auto durch den Tunnel fuhr, antwortet: «Es ist tatsächlich eng, wir werden die Situation zusammen mit dem Kanton anschauen, der die Projektleitung innehat.»

Gut möglich, dass die viel geäusserte Kritik ihre Wirkung nicht verfehlt. Konfrontiert mit den Aussagen von Bus- und Lastwagenchauffeuren, schreibt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) auf Anfrage: «Aufgrund der bisherigen Erfahrungen und Rückmeldungen prüfen wir in den kommenden Tagen, ob eine Möglichkeit besteht, die Zuteilung der Fahrspuren auch im Tunnel sichtbar zu machen und die Situation so zu verbessern.»

«Spuren entsprechen der Norm»

Gleichzeitig hält das BVU fest, die Sicherheit sei bei richtigem Verhalten gewährleistet. Die Spurbreiten würden den geltenden Normen entsprechen, die Bauarbeiten seien nach Plan ausgeführt worden. 5,5 Meter beträgt die Breite der Fahrbahn in Richtung Stadtzentrum – das reiche aus, damit ein Auto und ein Lastwagen nebeneinander fahren können. Eine gestrichelte Mittellinie wäre gemäss Strassengesetzverordnung nicht zulässig, dafür müssten die Spuren je 3 Meter breit sein. «Die heutige Markierung ist regelkonform, erfordert jedoch erhöhte Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer, weil die Verkehrsfläche nicht mit einer Markierung sichtbar zugeteilt ist», hält das BVU weiter fest. Der Tunnel sei nur saniert und nicht verbreitert worden; und bei der Aufteilung des Tunnels in verschiedene Spuren habe die gesicherte Fuss- und Radverkehrsführung eine wesentliche Rolle gespielt.

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