Wettingen

Strom und Wasser werden günstiger: «Wir haben eine neue Quelle entdeckt»

«Wir konnten gute Verträge mit den Energielieferanten aushandeln und die Kosten im Einkauf senken.» Peter Wiederkehr  Geschäftsleiter EWW

«Wir konnten gute Verträge mit den Energielieferanten aushandeln und die Kosten im Einkauf senken.» Peter Wiederkehr Geschäftsleiter EWW

Das Elektrizitäts- und Wasserwerk hat eine neue Quelle, neue Preise und wird 100 Prozent grün.

Das Licht einschalten, die Wäsche im Tumbler trocknen, einen Kuchen backen. Das alles frisst Strom. Und für diesen zahlen die Wettinger ab 2017 weniger. Das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen (EWW) senkt seine Strompreise insgesamt um 3 bis 6 Prozent.

Dies, obwohl das EWW ab dem kommenden Jahr noch grüner wird und seine Energie aus 100 Prozent erneuerbaren – und damit teureren – Quellen beziehen wird.

«Wir konnten gute Verträge mit den Energielieferanten aushandeln und die Kosten im Einkauf senken», sagt Peter Wiederkehr, Geschäftsleiter des EWW. «Zudem sind die Energiepreise am Markt allgemein sehr tief.» Für einen Haushalt mit 5 Zimmern bedeutet dies, dass er pro Jahr rund 30 Franken einspart, bei Energiekosten von rund 700 Franken.

Auch für Wasser müssen die Wettinger im nächsten Jahr weniger zahlen. Der Preis sinkt von 1.30 Franken auf 1.10 Franken pro Kubikmeter.

Beim Dornbächli sprudelt es

Nicht nur die Preise verändern sich: Derzeit ist einiges im Umbruch beim EWW. Bereits Mitte November geht das neu gebaute Wasserreservoir Birch in Betrieb. Zudem wurde die Sanierung sämtlicher Quellfassungen abgeschlossen. «Die Arbeiten sind erfolgreicher verlaufen, als wir uns erhofft hatten», sagt Wiederkehr. «Wir haben sogar eine neue Quelle im Dornbächli entdeckt und gefasst.»

Dies sei heute eine Seltenheit, da kaum noch nach neuen Wasserquellen gesucht werde. «Wir halten die alten Quellen instand, was für sich schon ein erheblicher Aufwand ist, daher ist der Fund ein echter Erfolg», sagt Wiederkehr. Die Quellen werden zusammen mit dem Reservoir Birch in Betrieb genommen.

Die abgeschlossenen Sanierungen und Bauarbeiten machen sich auch im Budget bemerkbar. Dieses sieht 2017 lediglich noch einen Ertragsüberschuss von 634 700 Franken vor, was rund 300 000 Franken weniger als 2016 und gegenüber 2015 gar 900 000 Franken weniger sind.

«Da wir nicht gewinnorientiert wirtschaften müssen und nun vorläufig keine grösseren Investitionen mehr anstehen, können wir dies in Form tieferer Preise an unsere Kunden weitergeben», erklärt Wiederkehr. Der Überschuss werde zu gegebener Zeit reinvestiert.

AG zum Jahreswechsel

Eine wichtige Hürde in die Zukunft nimmt das EWW zum Jahreswechsel. Ab 1. 1. 2017 wird das EWW eine Aktiengesellschaft, wobei die Aktien zu 100 Prozent im Besitz der Einwohnergemeinde bleiben. Das Volk hatte dem Begehren am 5. Juni mit 77 Prozent zugestimmt.

Bis Ende Jahr ist deshalb noch einiges zu tun: Es gilt einen Verwaltungsrat zu wählen; neue Verträge müssen aufgesetzt, sämtliche Anlagen neu inventarisiert und bewertet werden; für die Mitarbeiter müssen ein neues Personalreglement sowie neue Anstellungsverträge gemacht werden. Wiederkehr betont: «Nur für die Kunden ändert sich nichts.»

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