Baden
Strongman: Dieser einmalige Lauf führt durch die Baustelle Schulhausplatz

Urs Grieder organisiert den ersten «Baustellen-Strongman» der Schweiz. Die Läufer erwartet eine einmalige Route quer durch die Stadt und hinunter in die riesige Baugrube

Karin Renold
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So sauber wie Urs Grieder werden die Sportler am «Baustellen-Strongman» nicht durch die Baugrube springen. Chris Iseli

So sauber wie Urs Grieder werden die Sportler am «Baustellen-Strongman» nicht durch die Baugrube springen. Chris Iseli

Chris Iseli

Schilder mit der Aufschrift «Betreten verboten» warnen rund um den Schulhausplatz vor den Gefahren, die in der Baustellengrube lauern. Am 30. Oktober können diese Hinweise getrost ignoriert werden. Dann bietet sich schlammwütigen Läufern die einmalige Chance, der Riesenbaustelle in Baden auf den Grund zu gehen.

Möglich macht dies der erste «Baustellen-Strongman» der Schweiz: Offiziell darf an diesem Sonntag tief unten in der Erde durch Matsch und Kies gesprintet, über steile Rampen gehüpft und durch Betonrohre gekrochen werden. In der Lastwagen-Waschanlage kämpfen sich die Ausdauersportler durch hüfthoches, trübes Wasser und festen Lehm. Solche Hindernisläufe unter Extrembedingungen werden «Strongman-Run» genannt und haben in der Schweizer Laufszene einen richtigen Schub erlebt. Urs Grieder, der Geschäftsführer des Grieder Sports beim Lindenplatz ist selber ein begeisterter Läufer. Von ihm stammt die Idee für den ersten «Baustellen-Strongman». «In der Schulhausplatzgrube liegt so viel ungenutzter Dreck — da wollte ich etwas organisieren», so Grieder.

Wie viele andere Unternehmer, deren Lokale in der Nähe der Baustelle liegen, muss auch sein Sportgeschäft seit Baubeginn mit Umsatzrückgängen zurechtkommen. Trotzdem, oder gerade deswegen, will Grieder die über die Region hinaus wenig geliebte Baustelle in ein besseres Licht rücken. «Wir möchten zeigen, wie innovativ die Badener Detaillisten sind», sagt Grieder.

Die Stadt Baden und die bauverantwortliche Arbeitsgemeinschaft (Arge) Stein waren vom ausserordentlichen Event sofort begeistert und gaben grünes Licht für die Durchführung. «Wir sind auch ein Strongman-Team auf der Baustelle, das passt zu uns», sagt Otmar Burchia, Gesamtverantwortlicher der Baustelle von der Arge Stein.

Am «Baustellen-Strongman» können 600 Läuferinnen und Läufer mitmachen. Teilnehmen können Einzelpersonen oder Dreierteams ab 18 Jahren. Sie laufen entweder eine oder zwei Runden à vier Kilometer. Start und Ziel befinden sich beim Bahnhof Oberstadt.

Strecke bleibt eine Wundertüte

Die Route führt über die Hochbrücke zum Stadion Aue und über einen steilen Hang zum Schwimmbad. Danach rennen die Teilnehmer der Limmat entlang durch die Altstadt, über die schier endlosen Treppen hoch hinauf zur Ruine Stein und wieder hinunter zum Ziel. Dabei verläuft die Strecke dreimal durch die Baustellengrube. Alle Finisher erhalten ein Erinnerungsgeschenk. «Der Fun-Charakter und das Baustellen-Erlebnis stehen im Vordergrund», so Grieder. «Die Strecke ist für alle Sportler machbar.»

Für den Spass und die Sicherheit der Sportler in der Schulhausplatzbaustelle sorgt die Arge Stein. «Die endgültige Routenführung bleibt eine Überraschung und wird situationsbedingt erst kurzfristig aufgebaut», so Burchia. «Wir möchten die Hindernisse in der Baugrube gut sichtbar für die Zuschauer platzieren.» Weiter sagt er, dass der Baubetrieb zu keiner Zeit negativ beeinträchtigt werde. Die Veranstalter sind auf der Suche nach freiwilligen Helfern und die Anmeldung zum «Baustellen-Strongman» ist über die Homepage des Grieder Sports möglich.

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