Gestern Mittag hat der Sturm Niklas seinen Höhepunkt erreicht. Restauranbetreiber, die eine Gartenwirtschaft führen, trifft es am härtesten. Wegen der schönen Märztage hat das Restaurant Baldegg in Baden die Gartenwirtschaft bereits eröffnet. «Die leichten Aluminiumstühle sind durch die Luft geflogen.

Glücklicherweise haben wir aber keine grossen Schäden zu beklagen», sagt Monique Schendel von der «Baldegg». «Bei solch stürmischem Wetter kommen weniger Besucher auf die Baldegg. Beim Verlassen des Restaurants wird man fast weggeblasen.»

Sorge wegen 100-jährigem Baum

Ähnlich klingt es auf der anderen Seite der Klus von Baden beim Restaurant Hertenstein. Dort haben die Gastrobetreiber mit der Eröffnung der Gartenwirtschaft noch zugewartet. Dennoch, auch aus dem Panoramarestaurant in Ennetbaden kommt die Meldung: «Wind stark, wenig Besucher.» Sarah Schibli vom Landhotel Linde in Fislisbach sorgt sich dagegen um die 100-jährige Platane in ihrer Gartenwirtschaft: «Der Baum ist zwar stabil, aber man sollte bei diesem Sturm wegen herabfallenden Ästen nicht darunter stehen.»

Die Gartencenter haben dagegen mehr Mühe bei einem Sturm wie Niklas, weil sie aus Platzgründen nicht alle ihre Blumentöpfe und Jungbäume im Laden verstauen können. Jürg Kümmerli vom Weber Gartencenter in Kirchdorf meint dazu: «Wir haben bis jetzt noch keine grossen Sturmschäden, doch umgekippte Blumentöpfe können wir nicht mehr verkaufen.»

Laut Kümmerli sind die meisten Gartencenter aber gegen Naturereignisse wie Hagel oder Sturm versichert. Glück hatte die Gärtnerei Zulauf in Schinznach, die über eine grosse Baumschule verfügt. Dort ist man froh, dass man bereits die Winterabdeckungen von den Jungbäumen entfernt hat. «Sonst hätte der Sturm diese Schutzfolien weggeblasen. Gut ist auch, dass die Bäume noch keine Blätter tragen. So haben sie für den Wind weniger Angriffsfläche», sagt Johannes Zulauf.

Weniger Probleme meldet der Baumarkt Jumbo in Dättwil. Geschäftsführer Andreas Tobler: «Unser Standort ist zum Glück nicht so exponiert. Zudem haben wir auf unseren Aussenflächen noch nicht so viele Ausstellungsgegenstände. Was lose rumliegt, haben wir mit Steinplatten befestigt.»

Niklas ist nicht Lothar

Bei der Stadt Baden ist das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange auf der Ruine Stein noch nicht erreicht: «Die Fahne ist immer oben und wird nur ersetzt, wenn sie zu sehr beschädigt ist», sagt Manfred Schätti von der Stadt Baden. Vorerst sei die Fahne aber noch in gutem Zustand.

Der Sturm Niklas fegte zwar mit Windspitzen von bis 90 Stundenkilometern übers Land. Eine Anfrage bei Meteo Schweiz zeigt aber: Niklas ist nicht ein Jahrhundertsturm wie Lothar. «Dieser Sturm ist kein aussergewöhnliches Wetterereignis. Sturmtiefs wie diese kommen in der Schweiz etwa ein bis zwei Mal pro Jahr vor», erklärt ein Meteorologe.