Begonnen hat alles vor 19 Jahren, als sich Ziwen Liu und Ye Holzherr am Flughafen in China zum ersten Mal getroffen haben. Beide waren auf dem Weg in die Schweiz, um die Hotelfachschule in Luzern zu absolvieren. «Liu hat mir seine Hilfe angeboten und meine Kleidung in seinen Koffer genommen, weil meiner zu schwer war», sagt Holzherr. Von da an blieben sie in Kontakt. Holzherr studierte anschliessend Betriebswirtschaft an der Fachhochschule in Zürich und Liu arbeitete zwölf Jahre in Zürich als Küchenchef, wo er die Kunst des Sushi-Zubereitens perfektionierte. «Nach fünf Jahren hatte ich das Kochen von Sushi-Reis perfektioniert», sagt Liu.

Vor zwei Jahren haben Holzherr und Liu an einem Streetfoodfestival in Zürich gemeinsam einen Stand mit japanische Spezialitäten geführt. «Die Rückmeldungen waren sehr gut. Uns hat die Arbeit so gefallen, dass wir uns dazu entschieden, gemeinsam ein Restaurant zu eröffnen», sagt Holzherr.

Gemütlich soll das Lokal sein

Die Geschäftsführerin Holzherr, die zwölf Jahre in der Umgebung von Baden gewohnt hat, machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Lokal. Obwohl die beiden 36-Jährigen heute in Zürich wohnen, wollte Holzherr ein Lokal in Baden eröffnen. «Zürich ist von Sushi-Restaurants übersät. Hier in der Region Baden gibt es noch nicht viele Anbieter», sagt Holzherr, der die Stadt gefällt. Ein Lokal in dem denkmalgeschützten Haus im Haldenrank zwischen der Oberen und der Unteren Halde stand leer und erfüllte die Wünsche von Holzherr. «Es soll ein kleines, heimeliges Lokal sein», sagt sie.

Zudem waren wegen der Wäscherei, die zuvor im Lokal war, eine Küche und eine Lüftung eingebaut. Im Dezember vergangenen Jahres reichten sie die Betriebsbewilligung, die sie Ende März erhalten haben. Darauf folgten Umbauarbeiten in enger Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege. Seit Mitte Juni hat das Restaurant «Frish» geöffnet. Koch Ziwen Liu wird derzeit von einer Servicekraft unterstützt. Ye Holzherr, die weiter in einer Firma in Zürich arbeitet, ist jeweils abends und an Wochenenden im «Frish».

Pekingenten-Sushi

Die Gäste können dem Koch zusehen, wie er die japanischen Spezialitäten zubereitet. Im Angebot sind nebst Misosuppe und Ramennudeln verschiedenste Kreationen von Sushi, speziell dabei die Variante mit Pekingente. «Bereits am Streetfoodfestival hat den Leuten die chinesische Variation sehr geschmeckt», sagt Koch Liu. Als chinesischer Koch ein japanisches Restaurant? «Wir haben den Trend bemerkt, dass sich die Leute vermehrt gesundheitsbewusst ernähren. Das ist beim chinesischen Essen mit den vielen Ölen und Gewürzen nicht der Fall», sagt Liu.

Das Restaurant bietet Platz für 22 Personen. Nächsten Sommer wollen Holzherr und Liu vor dem Haus zusätzliche Stühle und Tische aufstellen. «Mit diesem Plan warten wir jedoch noch bis nächsten Sommer. Dank den dicken Mauern ist es drinnen auch jetzt bei warmen Temperaturen sehr angenehm», sagt Holzherr.