Mellingen
SVP-Gemeinderat René Furter will Vizeammann werden

Die Mellinger SVP will den Vizeammann- und einen zweiten Gemeinderatssitz. Auf der Kandidatenliste ist noch Platz.

Sabina Galbiati
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SVP-Mann René Furter kandidiert für das Amt des Vizeammann in Mellingen.

SVP-Mann René Furter kandidiert für das Amt des Vizeammann in Mellingen.

Antonio Arcuti;zvg;

Die Kandidatenliste für die fünf Gemeinderatssitze in Mellingen ist auch nach Ablauf der Anmeldefrist für die Gesamterneuerungswahlen noch nicht voll. Doch zumindest ein Vizeammannkandidat ist gefunden: SVP-Gemeinderat René Furter kandidiert für den frei werdenden Sitz von Vizeammann Werner Stoller (parteilos). Letzterer tritt zu den Gesamterneuerungswahlen nicht mehr an. René Furter wurde 2013 in den Gemeinderat gewählt. «Die Arbeit in den ersten vier Jahren als Gemeinderat war sehr spannend, vielseitig und auch anstrengend», sagt Furter ohne Umschweife. «Für mich ist es aber auch sehr wohltuend, wenn ich für die Gemeinde etwas tun kann, und es macht mich stolz, wenn am Schluss etwas Gutes für die Gemeinde entsteht», sagt der 49-jährige Familienvater. Deshalb würde er die neue Herausforderung als Vizeammann gerne annehmen. Furter ist unter anderem zuständig für den Bereich Schule. «Das wird auch für Mellingen eines der Hauptthemen sein in den nächsten Jahren.» Er spricht damit den geplanten Ausbau der Schulanlage Kleine Kreuzzelg an, die rund 24 Millionen Franken beanspruchen wird. Die Vorlagen dazu werden dem Volk erst noch vorgelegt.

SVP kämpft für zweiten Sitz

Verstärkung soll Furter von SVP-Mann Roger Fessler erhalten. Er hat bereits vor mehreren Monaten seine Kandidatur als Gemeinderat bekannt gegeben. Er war 2009 Gründungsmitglied der IG Pro Umfahrung Mellingen. Bis 2014 war er Präsident der SVP-Ortspartei. Seit 2005 ist er zudem Mitglied der Finanzkommission Mellingen und wird die Legislatur noch beenden.

Giovanna Suter-Spagnuolo (FDP) stellt sich als Gemeinderätin zur Wiederwahl. Ebenso kandidiert Bruno Gretener (FDP) für eine weitere Legislatur als Gemeindeammann. Damit gibt es vier Kandidaten für die fünf Sitze der Exekutive.

CVP und SP ohne Kandidat

Gemeinderätin Mirjam Egloff (FDP) wird sich am 24. September nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Auffällig: Die beiden grossen Parteien CVP und SP stellen keinen Kandidaten für die Gesamterneuerungswahlen auf. CVP-Ortsparteipräsident Hans Peter Koch sagt: «Wir haben im Moment leider eine sehr dünne Personaldecke. Uns fehlen die Mitglieder im Alter zwischen 45 und 60 Jahren, die einen solchen Karren ziehen könnten und die zeitlichen Ressourcen hätten». Die CVP habe zwar eine Handvoll jüngere Mitglieder, die fähig wären, ein Gemeinderatsamt zu besetzen. «Allerdings sind sie zu stark in Beruf und Familie eingebunden.» Koch habe auch CVP-fremde Mellinger angefragt, für das Amt zu kandidieren. Doch der Erfolg blieb bisher aus. Er selber kandidiert für die Finanzkommission. Auch die SP-Sektion Mellingen-Wohlenschwil-Mägenwil hat derzeit keinen geeigneten Kandidaten für Mellingen, den sie ins Rennen schicken könnte. «Wir haben die SP-Sektion erst vor drei Jahren gegründet», sagt deren Präsident Tizian Künzler. «In erster Linie sind wir nach wie vor daran, die Partei zu stärken – gerade auch in Mellingen.»

Ob sich bis Ablauf der Nachmeldefrist noch Kandidaten melden, wird sich weisen. Die Vergangenheit zeigt, dass noch viel geschehen kann im Reussstädtchen. Denn die Situation als solche ist für die Mellinger nicht neu: Auch bei der Ersatzwahl für Gemeinderätin Daniela Koller vor zwei Jahren meldeten sich keine Kandidaten. Erst als die Nachmeldefrist bereits verstrichen war, meldete sich Giovanna Suter als Kandidatin und wurde in den Gemeinderat gewählt.