Baden

SVP-Grossrat Keller: «Fixe Radarfallen können Unfallverursacher sein»

«Fest installierte Radarfallen können ein Unfallrisiko darstellen»

«Fest installierte Radarfallen können ein Unfallrisiko darstellen»

Die wichtigsten Ausschnitte aus der Sendung «TalkTäglich» mit SVP-Grossrat Martin Keller und SP-Grossrat und VCS-Präsident Jürg Caflisch.

Die Stadt Baden will den ersten fest installierten Blitzkasten aufstellen – hilft das der Sicherheit oder werden dadurch nur die Autofahrer abgezockt? Im TalkTäglich kreuzen SVP-Grossrat Martin Keller und SP-Grossrat Jürg Caflisch die Klingen.

Es ist ein Novum im Kanton Aargau: Die Stadt Baden will als erste Gemeinde einen fest installierten Blitzkasten aufstellen. Dieser soll an der dichtbefahrenen Bruggerstrasse mit 20'000 Fahrzeugen pro Tag Autofahrer für ihr Fehlverhalten bestrafen. Wie sinnvoll diese umstrittene Massnahme ist, diskutieren SVP-Grossrat Martin Keller und SP-Grossrat Jürg Caflisch, der das VCS Aargau präsidiert unter der Moderation von Kaspar Loeb.

Eine Untersuchung zeigt: Elf Autolenker fahren an dieser Kreuzung jede Stunde über das Rotlicht, 100 Automobilisten sind zu schnell unterwegs. Für Jürg Caflisch ist klar: Hier herrscht ein Sicherheitsrisiko, das mithilfe eines fix installierten Blechpolizisten reduziert werden kann. Caflisch, selbst Bewohner im Quartier Martinsberg, beobachtet die Verkehrsübertretungen täglich als Fussgänger, wie er sagt. «Die 2000 Einwohner aus dem Quartier haben doch das Recht, einigermassen sich in die Stadt gehen zu können.»

Viel befahren: Die Gstühl-Kreuzung in Baden.

10. Januar 2017: Viel befahren: Die Gstühl-Kreuzung in Baden.

Keller hingegen, der im Grossen Rat bereits einen Vorstoss zur Verhinderung von Radarfallen eingereicht hat, glaubt nicht, dass die Sicherheit erhöht werden könne – im Gegenteil, in fest installierten Blitzkästen sieht er sogar ein mögliches Sicherheitsrisiko: «Fixe Radarfallen können auch Unfallverursacher sein», sagt er und bezieht sich in seiner Aussage auf höhere Polizisten aus den Kantonen Aargau und Zürich, die ihn darüber informiert hätten. «Weil die Leute wissen, wo der Radar steht, gehen sie vom Gas herunter.» Das könne eine Kettenreaktion nach hinten verursachen, die nicht ganz ungefährlich sei.

«Kann nicht sein, dass Autofahrer abgezockt werden»

Weiter bezweifelt er auch, ob die Stadt wirklich die Sicherheit ihrer Bürger im Sinn hat. Schliesslich gebe es in der Bäderstadt andere Kreuzungen, die für Fussgänger viel gefährlicher seien. «Wenn es der Stadt um Sicherheit ginge, würden sie flächendeckend mehrere Rotlichter installieren.» Stattdessen vermutet er eine pekuniäre Motivation hinter der Idee. «Es kann ja nicht sein, dass ein Blitzkasten nur dazu da ist, das Budget der Stadt Baden aufzubessern, wenn sie ihr Geld mit recht grossen Händen ausgibt. Es kann nicht sein, dass dann Autofahrer dafür abgezockt werden.»

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Ausserdem würde ein stationärer Blitzkasten auch stetig an Effizienz verlieren, weil die Autofahrer allmählich genau wüssten, wo sie beim Vorbeifahren ihr Tempo zügeln müssten. 

«Dann stimmt doch dein Argument nicht mehr mit dem Geld. Wenn die Einnahmen sinken, ist es ja nicht mehr so attraktiv», entgegnet Caflisch. Ausserdem verstehe er diesen «Sturm im Wasserglas» nicht - diesen grossen Unmut über einen Blechpolizisten.

Schliesslich sei jeder Autofahrer gesetzlich verpflichtet, sich an die Verkehrsregeln zu halten und wer dagegen verstosse, müsse die Konsequenzen dafür in Kauf nehmen. Weiter wundert er sich, dass die «Law und Order»-Partei – wie er die SVP nennt – in einem solchen Fall von Verkehrsübertretungen relativ lasch reagiere. «Für mich hat der Blitzkasten seinen Zweck nur schon erfüllt, wenn er einen präventiven Charakter hat.» (sam)

Sehen Sie hier den gesamten Talk:

Werden Autofahrer abgezockt?

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