Neuenhof
SVP-Kandidatin erteilt dem überparteilichen Podium eine Abfuhr

In Neuenhof befinden sich zwei Frauen im Wahlkampf um die Nachfolge des amtierenden Gemeindeammanns Walter Benz. Die beiden Kandidatinnen werden sich jedoch nicht an einem Podium miteinander messen. Die SVP-Kandidatin will daran nicht teilnehmen.

Martin Rupf
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Blick auf Neuenhof.

Blick auf Neuenhof.

Im Rennen um die Nachfolge des abtretenden Gemeindeammanns Walter Benz sind die SVP-Gemeinderätin Petra Kuster und die CVP-Kandidatin Susanne Schläpfer. Letztere hat ihre politischen Sporen im Kanton St.Gallen als Kantonsrätin und Gemeinderätin von Wattwil abverdient; damals noch für die FDP.

Ein überparteiliches Podium?

Damit sich die Wählerinnen und Wähler ein Bild machen können, hätte in einer Woche ein überparteiliches Podium stattfinden sollen. Initiiert war das Podium von der CVP; getragen wurde es von allen Ortsparteien mit Ausnahme der SVP.

Doch zum Podium wird es nicht kommen. Der Grund: Petra Kuster hat entschieden, am Podium nicht teilzunehmen, wie sie gegenüber der az Aargauer Zeitung bestätigt. «Mein Gemeinderatskollege Daniel Schibli hat mir mitgeteilt, dass er mir einen Abend für ein Podiumsgespräch verplant hat», sagt Kuster. Sie habe das Angebot aber dankend abgelehnt. Es sei nicht nötig, dass sie sich der Bevölkerung an einem Podium präsentiere. «Ich bin nun schon seit zwei Jahren Gemeinderätin in Neuenhof und war vier Jahre Mitglied der Schulpflege; man kennt mich in Neuenhof.»

Deshalb habe sie keine Notwendigkeit gesehen, an diesem von der CVP organisierten Podium teilzunehmen. Das Podium habe sich zwar den Anstrich der Überparteilichkeit gegeben. Doch: «Sind wir doch ehrlich, das Podium hätte in erster Linie dazu gedient, die noch relativ unbekannte Kandidatin Susanne Schläpfer zu präsentieren.» Überhaupt werfe es einige Fragen auf, dass die langjährige FDP-Politikerin Schläpfer so plötzlich zur CVP gewechselt habe.

SVP-Stammtisch, der gar nicht existiert

Bekanntheitsgrad hin oder her: Wäre es im Hinblick auf eine allfällige Wahl als Gemeindeammann von Neuenhof nicht angebracht, der Bevölkerung Rede und Antwort zu stehen? Sodass die Bevölkerung weiss, wer den Dampfer Neuenhof in Zukunft durch die zurzeit raue See steuert. «Wir veranstalten immer am ersten Donnerstag im ‹Berner› einen SVP-Stammtisch», sagt Kuster. An diesen seien alle Bewohner eingeladen, sodass sich jeder Interessierte ein Bild von ihr machen könne.

Dass es bis zu den Wahlen am 27.November keinen «ersten Donnerstag im Monat» mehr gibt, scheint Petra Kuster glatt vergessen zu haben.

Bald zusammen im Gemeinderat

Susanne Schläpfer bedauert, dass das Podium nicht zustande gekommen ist. «Ich war ehrlich gesagt ziemlich erstaunt, als ich von der Absage erfuhr. Das Podium wäre für die Bevölkerung eine gute Gelegenheit gewesen, mich und Frau Kuster direkt mit Fragen zu konfrontieren und unsere politische Haltung zu vergleichen.» Nun werde sie halt am nächsten Montag (14.November, 19.30Uhr, Turnhalle Zürcherstrasse) allein am «Podium» auftreten und sich den Fragen der Einwohner stellen.

Zum versteckten Vorwurf, sie habe die Partei gewechselt, um ihre Wahlchancen zu erhöhen, sagt Schläpfer: «Ich bin hier in Neuenhof aufgewachsen; meine Mutter war Mitglied der CVP. Als ich vor zwei Jahren aus der Ostschweiz nach Neuenhof zurückgekehrt bin, habe ich noch sehr viele Personen aus dem Umfeld der CVP gekannt; deshalb mein Wechsel.» Sie sei eine Frau
der Mitte, egal, ob nun FDP oder CVP vorne dranstehe. Daran ändere auch nichts, dass auf ihrem Facebook-Profil unter «Aktivitäten» noch «FDP» geschrieben stehe. «Ich habe schlicht vergessen, diesen Eintrag zu ändern», erklärt Schläpfer.

Schläpfer möchte die Absage Kusters aber nicht überbewerten. Denn sie ist sich bewusst: «Egal, wer zum Gemeindeammann gewählt wird: Wir beide werden im Gemeinderat zusammenarbeiten müssen.»

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