Windenergie-Standorte
SVP-Knatsch wegen Wind: Lokale Politiker treten aus und fordern halbe Million

Letzten Dienstag kippt das Aargauer Parlament auf Antrag der SVP das Windgebiet Heitersberg aus dem Richtplan. Das passt zwei lokalen SVP-Politikern nicht – sie treten aus der Partei aus und fordern zudem Geld zurück von der Regierung.

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Der Wind hat im Aargauer Grossen Rat gedreht: Der Windstandort Heitersberg oberhalb des des Reuss- und Limmattals ist letzten Dienstag aus dem Richtplan gestrichen worden. Dies auf Antrag von SVP-Grossrat Eugen Frunz aus Nussbaumen. Das Parlament stimmte dem Antrag prompt zu.

Das passt allerdings zwei SVP-Ortspolitikern gar nicht. Theres Meier und Hans Rudolf Wehrli sind so enttäuscht, dass sie gleich aus der Partei ausgetreten sind, wie Recherchen des regionalen TV-Senders Tele M1 zeigen. Die ehemalige SVP-Präsidentin und der Vizepräsident der SVP Rohrdorferberg haben sich jahrelang für die Windkraftanlage oberhalb ihrer Gemeinde eingesetzt. Meier: «In meiner SVP-Werbebroschüre steht, dass die SVP für erneuerbare Energie ist und gegen Stromimporte.»

Andreas Glarner ist Austritt egal

Diesen Verlust tut SVP-Fraktionspräsident Andreas Glarner offenbar kaum weh: «Reisende soll man ziehen lassen.» Wahrscheinlich sei die Partei sowieso nur Mittel zum Zweck gewesen, um die Windräder realisieren zu können.

Diesen Vorwurf streitet Hans Rudolf Wehrli gegenüber Tele M1 vehement ab: «Das ist biireweich!» Als man die SVP-Ortspartei gegründet hätte, sei die Windanlage auf dem Heitersberg noch kein Thema gewesen.

Meier fordert Geld von Regierung zurück

630'000 Franken soll Mittelland Windenergie GmbH bisher ins Windprojekt Heitersberg gesteckt haben. Nun fordert Geschäftsführerin Theres Meier das Geld von der Aargauer Regierung zurück: «Wir verlangen Schadenersatz.» Regierungsrat Peter C. Beyeler hatte einst gesagt, niemand solle darunter leiden, dass der Kanton seine Hausaufgaben nicht gemächt hätte und bei der Planung des Richtplan zu Schaden kommen könnte.

Ob die beiden ausgetretenen SVP-Politiker in einer anderen Partei für den Windstandort Heitersberg kämpfen, wissen sie noch nicht. (fam)

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