Die SVP Mellingen hat eine Belohnung von 500 Franken ausgesetzt um Hinweise auf mögliche Täter zu bekommen, die auf dem Friedhof Mellingen in den Aufbahrungsraum eingedrungen sind und dort Essensreste und Abfall hinterlassen hatten. Hinweise, die eingegeben werden, würden anonym behandelt.

Die SVP geht davon aus, «dass die Täter unter den Gruppen Jugendlicher zu suchen sind, die sich regelmässig in und um den Friedhof Mellingen aufhalten.».

Kiffende und randalierende Jugendliche

Weil dies nicht das erste Mal ist, setzt die SVP nun eine Art Kopfgeld auf Hinweise aus der Bevölkerung aus. Roger Fessler, Präsident der SVP Mellingen, will die Randalierer auch schon beim Kiffen erwischt haben, wie er sagt.

Fessler betont, dass die 500 Franken nicht sehr viel seien, aber genügen würden, weil man sich vor allem Hinweise aus dem Kreis der Jugendlichen selber erhofft: «Für die sind 500 Franken noch ein ordentlicher Batzen.»

Gemeinde verhält sich passiv

Susanne Kopp von der Gemeinde Mellingen vermutet, dass die Jugendlichen auf dem Friedhof und im Aufbahrungsraum kleine Partys gefeiert haben. Die Gemeinde will aber keine Belohnung auszusetzen - man toleriert aber die Aktion der SVP.

Die Gemeinde hat bei der Regionalpolizei auch eine Anzeige gegen Unbekannt eingereicht, bestätigt Werner Stoller, Vizeammann von Mellingen. Stoller selber bezeichnet das Vorgehen der SVP als «eher unglücklich». Er ist sich nicht sicher, ob die SVP eine solche Belohnung überhaupt aussetzen darf.

Belohnung ist legal

Sämtliche Hinweise gehen gemäss der SVP direkt an die Regionalpolizei Mellingen und würden vertraulich behandelt. Die Polizei bestätigt in diesem Zusammenhang zwar das die Aktion legitim sei, aber eine vertrauliche Behandlung der Daten nicht möglich sei und die Mitteilung der SVP nicht ganz korrekt sei. Trotzdem sieht man kein Problem damit, dass die SVP beim Fassen der Täter etwas nachhilft.

Die Partei hat das Vorgehen und die Frage der Legalität mit einem «ehemaligen Kadermitglied der Kantonspolizei» besprochen. Der SVP-Präsident selber ist zuversichtlich, dass das Kopfgeld Erfolg haben wird. Man möchte sogar noch weitergehen. In Absprache mit der Friedhofverwaltung könnte sich Fessler vorstellen, am Friedhof Plakate mit einem Hinweis auf die Belohnung aufzuhängen.