Das Unvereinbarkeitsgesetz (siehe Box) will vermeiden, dass eine Familie zu viel politischen Einfluss erhält. Deshalb muss Daniel Habegger (SVP) aus der Finanzkommission Mägenwil zurücktreten.

Sein Bruder Christian Habegger (parteilos) war in stiller Wahl zum Gemeinderat gewählt worden. «Ich verzichte im Interesse der Mägenwiler auf meinen Sitz in der Finanzkommission», begründet Daniel Habegger seinen Rücktritt.

Für ihn ist klar, dass eine funktionierende Gemeindebehörde Vorrang vor Eigeninteresse hat. «Wir haben mehrmals miteinander über meine Kandidatur geredet, bevor ich mich dazu entschieden habe», bestätigt Christian Habegger. Beide Brüder halten fest, dass in der Familie einvernehmlich entschieden worden sei.

Um die Komplettierung des Gemeinderates besonders bemüht hat sich Gemeindeammann Daniel Pfyl. Er sagt zur Situation: «Ich habe mit den Gebrüdern Habegger ein offenes Gespräch geführt, die Konsequenzen der Kandidatur waren jederzeit klar.»

Ex-Präsident Bruderer zweifelt

Hans Bruderer, Gründungspräsident der SVP, sieht die Angelegenheit aus einem anderen Blickwinkel: «Daniel Habegger ist das Bauernopfer des Gemeindeammanns.» Pfyl habe mit der Nomination von Christian Habegger den einfacheren Weg gewählt. «Deshalb muss Daniel Habegger zurück treten.»

Bruderer zweifelt zudem an der Ehrlichkeit von Christian Habegger: «Seine Aussage, er sei vor einigen Jahren aus zeitlichen Gründen aus der SVP ausgetreten, stimmt nicht.» Für Bruderer ist der Vorfall eine Unverschämtheit gegenüber den Mägenwilerinnen und Mägenwiler.

Dies gilt seiner Ansicht nach ebenso für Christian Habeggers Kandidatur als Vizeammann. Das sei zwar rechtlich korrekt, aber fragwürdig. «Damit wird der ehrlichere und loyalere Hans Gisler in die Pfanne gehauen.»

Ob Gisler oder Habegger Vizeammann wird, entscheiden die Mägenwiler am 24. November an der Urne.

Gesucht wird ein Finanzfachmann

«Im Gespräch mit den zuständigen Leuten des Kantons ergab sich eine kleine Hoffnung für Daniel Habegger, in der Finanzkommission bleiben zu können», sagt Pfyl. Der Kanton kann Ausnahmen vom Unvereinbarkeitsgesetz bewilligen.

«Wir werden eine entsprechende Anfrage einreichen», sagt Pfyl. Er geht eher davon aus, dass ein drittes Mitglied in die Finanzkommission gewählt werden muss: «Voraussichtlich findet die Wahl am 9. Februar 2014 statt.»

Dabei gilt grundsätzlich das Prozedere mit 1. und 2. Wahlgang. Bei Kommissionen und Ersatzwahlen sind stille Wahlen bereits anstelle des 1. Wahlganges möglich. Dies aber nur, wenn sich auch innerhalb der Nachmeldefrist nicht mehr Personen bewerben, als Sitze zu vergeben sind. Die entsprechenden Daten werden von der Gemeindekanzlei publiziert. Pfyl schätzt die Chancen für eine stille Wahl als sehr hoch ein.