Baden
SVP-Regierungsrätin Roth über «La Cappella»: «Die Asylunterkunft wird gut funktionieren»

SVP-Regierungsrätin Franziska Roth informierte erstmals seit ihrem Amtsantritt über die Eröffnung einer Asylunterkunft.

Pirmin Kramer
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SVP-Regierungsrätin Franziska Roth gibt eine «bereinigte Version» des Berichts «Masterplan Integrierte Versorgung Aargau» frei. Ardizzone/Archiv

SVP-Regierungsrätin Franziska Roth gibt eine «bereinigte Version» des Berichts «Masterplan Integrierte Versorgung Aargau» frei. Ardizzone/Archiv

Sandra Ardizzone

Ab September wird das ehemalige Hotel La Cappella in Baden zu einer Asylunterkunft. Der Kanton mietet es vom Besitzer, einer Privatperson. 100 Asylbewerber aus Eritrea, Syrien, Afghanistan und Somalia werden die Zimmer beziehen. Am Mittwochabend informierten Stadt und Kanton die Quartierbewohner im Schulhaus. Schon bei der Ankunft merkten die Besucher: Das Sicherheitsaufgebot war beachtlich. Vor dem Schulhaus war ein Polizeiauto stationiert. Beim Eingang zum Schulhaus stand ein Beamter. In der ersten Reihe sassen drei weitere Polizisten. Das Interesse der Bevölkerung war gross: Die Veranstaltung in der Aula wurde via Lautsprecher in den Vorraum und die Treppen übertragen. Schätzungsweise 250 Personen waren vor Ort.

Der Abend startete mit einer Podiumsdiskussion. Als Erste durfte sich Regierungsrätin Franziska Roth (SVP) äussern. Es war ihr erster Auftritt an einer Informationsveranstaltung zur Eröffnung einer Asylunterkunft seit ihrem Amtsantritt im Januar. «Wir danken der Stadt Baden, dass wir die Asylsuchenden hier unterbringen können. Das Positive am ‹La Cappella›: Es ist eine grosse Unterkunft, in der viele Menschen Platz haben. Ich bin überzeugt, dass die Asylunterkunft gut funktionieren wird. Auch dank der Begleitgruppe und den Betreuern, die dafür sorgen werden, dass die Bevölkerung nicht mit Unbehagen leben muss.»

Im Vergleich zu ihrer Amtsvorgängerin Susanne Hochuli (Grüne), die vor zwei Jahren in Baden über die Asylunterkunft beim Kantonsspital informierte, meldete sich Roth weniger oft zu Wort, ihre Statements waren kürzer. Und nicht selten ergriff Pia Maria Brugger Kalfidis das Wort, die Leiterin Unterabteilung Asyl beim Kanton. Jedoch liess es Roth, wenn sie sprach, an Prägnanz nicht vermissen. Einen Zwischenruf quittierte sie trocken mit der Bemerkung: «Jetzt rede ich.» Am meisten Applaus erntete sie, als sie eine klare Antwort zur Frage gab, ob es nun ein Rayonverbot auf dem Schulareal geben werde oder nicht; Badens Stadträtin und Sozialvorsteherin Regula Dell’Anno (SP) hatte dazu gesagt, sie wisse das nicht, könne noch nichts dazu sagen. Roth erklärte: «Für ein Rayonverbot wären andere Voraussetzungen nötig. Aber wir werden das Schulareal als sensible Zone definieren. Auf gut Deutsch heisst das, die Asylbewerber haben auf dem Schul-Areal nichts zu suchen.»

Roth äusserte sich zur Frage, ob das «La Cappella» wie angekündigt nur eineinhalb Jahre oder vielleicht doch noch länger als Asylunterkunft dienen werde. «Ich versichere Ihnen, wir machen keine Salami-Taktik.» Das «La Cappella» sei für eine Zwischennutzung vorgesehen. «Wir werden uns rechtzeitig nach einer anderen Unterkunft umsehen müssen.»

Ebenfalls auf der Bühne stand Stadtammann Geri Müller (Team/Grüne). Er erzählte den Zuhörern, Baden habe eine lange Tradition, was die Unterbringung von Asylbewerbern betreffe. Schon 1999 während des Kosovokriegs hätten Flüchtlinge in der geschützten Operationsstelle des Kantonsspitals gelebt. Vor zwei Jahren seien dort erneut Asylbewerber untergebracht worden. Die zum Teil grossen Ängste von Anwohnern und weiblichem Spitalpersonal sei unbegründet gewesen. Er bat die Quartierbewohner, freundlich und offen auf die Asylbewerber zuzugehen. «So wie manche von Ihnen, sind auch die Asylbewerber zum Teil unsicher, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. Begrüssen Sie die Menschen, das Eis wird schnell schmelzen», sagte er. «Und denken Sie daran: Als das ‹La Cappella› ein Hotel war, wussten Sie auch nicht, wer darin wohnte. Man sollte die Ängste nicht schüren. Es kommt keine Belastung auf das Quartier zu, es kommen 100 Menschen.»

Insgesamt waren die Gegner der Asylunterkunft etwas lauter, wenn es darum ging, Voten zu applaudieren. Die Befürworter beziehungsweise jene, die mit der Unterkunft gut leben können, waren jedoch in der Überzahl.

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