In der Meerenge zwischen dem europäischen Festland und den Britischen Inseln lauern vielerlei Gefahren.

Kaltes Wasser, Strömungen, Wellen, Quallen und reger Schiffverkehr machen allen ambitiösen Schwimmerinnen und Schwimmern das Leben schwer, die sich trauen, den Ärmelkanal zu überqueren.

Vier Frauen und ein Mann vom Schwimmverein Tägi wollen diesen widrigen Verhältnissen trotzen.

Aargauer überqueren den Ärmelkanal

Aargauer überqueren den Ärmelkanal

Sie werden nach Hunderten Trainingsmeilen in Schweizer Seen im Verlauf der nächsten Tage eine Überquerung der Meerenge als Fünferstaffel versuchen.

«Angst haben wir keine», sagen Sonja Voboril, Ramona Achermann und Manuela Ernst, «wir haben aber eine gesunde Portion Respekt.»

Es gehe auch darum, Spass zu haben, das Abenteuer zu geniessen und zusammen ein hochgestecktes Ziel zu erreichen.

«Wir sind unterschiedliche Personen, aber das gemeinsame Ziel schweisst uns als Team zusammen», erklärt Voboril. Startpunkt für das Unterfangen ist entweder Folkestone oder Dover in Grossbritannien.

Tägi-Schwimmer wollen schwimmend über den Ärmelkanal

Den Zeitpunkt können sich die Sportler nicht selbst aussuchen. Er wird von Witterung und Gezeiten bestimmt.

Je nach Strömung beträgt die Schwimmdistanz nach Calais in Frankreich zwischen 34 und 70 Kilometern. Dementsprechend ungenau kann der Zeitrahmen definiert werden.

«Wir erwarten eine Dauer von 9 bis 15 Stunden», schätzen die Athletinnen. Jede Stunde wird der Schwimmer abgelöst.

Keine Neoprenanzüg

Geregelt wird der Schwimmsport im Ärmelkanal von der britischen «Channel Swimming Association» (CSA).

Diese verbietet den Einsatz sämtlicher Hilfsmittel. So sind Neoprenanzüge selbst bei Wassertemperaturen um 14 Grad nicht erlaubt.

Der einzige Kälteschutz ist Melkfett, mit dem man sich einschmiert. Beobachter setzen das strenge Reglement der CSA durch. Begleitet werden die Athleten von englischen Fischern, die nebenamtlich den Kanalsport unterstützen.

Unabhängig vom Erfolg meint Sonja Voboril: «Das ist ein Erlebnis, von dem wir eines Tages unseren Enkeln erzählen werden.»