Dättwil
«Täfern»-Wirt Markus Friedli stört sich an Unfall-Gedenkstätte

Markus Friedli will nicht mehr jeden Tag auf einen Friedhof blicken, nun hofft er auf ein Einlenken der Mutter des vor einem Jahr verstorbenen Motorradlenkers.

Martin Rupf
Drucken
Teilen
Kreuz und Kerzen markieren die Unfallstelle bei der Täfernstrasse. mru

Kreuz und Kerzen markieren die Unfallstelle bei der Täfernstrasse. mru

Solothurner Zeitung

«Seit eineinhalb Jahren muss ich jeden Tag diesen Friedhof sehen», sagt Markus Friedli. Seit 55 Jahren lebt der «Täfern»-Wirt nun schon an der Einmündung der Mellinger- in die Täfernstrasse. «Ich habe hier schon einige Unfälle miterlebt und kann die Trauer der Angehörigen deshalb auch gut nachvollziehen», sagt Friedli. Doch jetzt sei es auch an der Opferfamilie, auf ihn Rücksicht zu nehmen. «Jeden Morgen sehe ich als Erstes die Kerzen der Gedenkstätte; das belastet mich.»

Rückblende: Im Sommer 2010 kam ein damals 30-jähriger Motorradlenker bei einem Unfall an der Einmündung Mellinger-/Täfernstrasse ums Leben. Er war frontal mit einem Lieferwagen zusammengestossen, der in die Täfernstrasse einbiegen wollte. Seither erinnern an der viel befahrenen Strasse Kerzen, Kreuz und Konterfei des Opfers an den tragischen Unfall.

Die Mutter des Opfers, Beatrice Fiechter (57), sagt im «Sonntag» vom 11. Dezember: «Mit den Kerzen und dem Kreuz wollen wir verhindern, dass der schreckliche Unfall vergessen geht.» Sie hoffe, dass dadurch die Behörden endlich handeln und diese gefährliche Einmündung entschärfen.

Mit dieser Forderung steht Fiechter nicht alleine da. Im «Sonntag» vom 18. Dezember äusserte sich Friedli: «Weil Busse, Taxis und Motorradfahrer oft über die Sperrfläche auf die Busspur fahren, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Unfall passiert.»

Gesprächsbereitschaft

Friedli ist sich bewusst, dass jeder Mensch anders über den Verlust eines geliebten Menschen trauert. Aber: «Es sollte nach eineinhalb Jahren jetzt doch möglich sein, die Gedenkstätte wenigstens ein bisschen zu verkleinern, zumal sie mit der jetzigen Grösse auch die Verkehrsteilnehmer ablenkt.» Gerne lade er Frau Fiechter auf ein Gespräch in die «Täfern» ein.

Beatrice Fiechter reagiert zuerst erstaunt über die Einladung. «Herr Friedli ist mir immer wieder mit seinem Hund begegnet; er hätte mich ja direkt ansprechen können.» Sie nehme seine Einladung aber gerne an, könne aber noch nicht versprechen, die Gedenkstätte zu verkleinern: «Ich muss das zuerst mit meiner Tochter und den Freunden meines verstorbenen Sohnes besprechen.»

Aktuelle Nachrichten