Baden

Tanzend bis zur nächsten Haltestelle – eine ungewöhnliche Busfahrt

Am diesjährigen Badener Tanzfest wurden sogar der Bus und die Treppe zur Tanzfläche. Die Tänzer liessen sich dabei nicht von Passanten stören. Diesen gefielen die aussergewöhnlichen Aktionen mitten in der Stadt.

Die Lampen über der Tür leuchten auf, ein schriller Warnton gibt das Signal – die Türen schliessen. Kaum sind die letzten Passagiere durch die sich schliessende Türe geschlüpft, setzt sich der Bus in Bewegung. Plötzlich erklingt Musik, vier junge Damen, bunt gekleidet, beginnen synchron zu tanzen. Dieses ungewohntes Bild einer Busfahrt entstand am Samstag zwischen dem Badener Bahnhofsplatz und der Weiten Gasse. Während rund drei Minuten tanzten die Frauen durch den Bus und boten den Passagieren im Rahmen des Tanzfestes Baden eine Show. «Urban Project Bus and Dance» nannte sich die Performance.

Tanz als Kommunikationsmittel

Ganz nach dem Motto «Tanzt überall» wurden am diesjährigen Tanzfest an verschiedensten Orten Tänze angeboten. «Die Idee, im Bus zu tanzen, entstand aus einem Filmausschnitt», sagte Daria Reimann, OK-Mitglied und Tänzerin. Anstatt auf ihr Smartphone oder die Zeitung zu starren, sollen die Passagiere eine Show geniessen. Dabei rückte die zwischenmenschliche Kommunikation in den Vordergrund, denn die Tänzerinnen bezogen ihr Publikum mit ein. Mit auffordernden Handbewegungen animierten sie ihr Publikum zum mitklatschen und tanzen. Zwar handelte es sich bei dem Tanz um eine selbstentworfene, zeitgenössische Jazzdance-Choreographie, doch ein leichtes Mitwippen war den Zuschauern möglich. «Wir reissen die Leute für einen Augenblick aus ihrem Alltag und animieren sie zum mit grooven», sagte Reimann. Dabei hatten die Tänzerinnen die Choreographie noch nie zuvor im Bus geprobt – eine besondere Herausforderung war das Anfahren und Bremsen. Trotzdem bewiesen die vier Damen viel Gleichgewichtssinn und verbreiteten dabei gute Stimmung unter den Passagieren.

Kreisende Hüften beim Bahnhof

Nebst der Tanzperformance im Bus bot der «Dancemob» auf dem unteren Bahnhofplatz den Passanten eine weitere unerwartete Show. Von überall her strömten die Tänzer heran, stellten sich hintereinander auf – und schon erklang Musik. Wie auf Kommando setzte sich die Menschenmasse in Bewegung. Die Hände in die Höhe, während die Hüften kreisen – für rund zehn Minuten bot der «Dancemob» einen grösstenteils choreographisch einstudierten Tanz. Kaum war die Musik wieder verstummt, strömten die Tänzer und Tänzerinnen in alle Richtungen davon, als wäre nichts gewesen.

Ein weiteres Tanzspektakel ereignete sich kurz darauf am anderen Ende des Bahnhofes. Direkt neben dem Coop formierten sich vier Tänzerinnen und verwandelten die Treppe in eine Tanzbühne. Als zweites Urban Dance Project präsentierten sie «Up’n’Down», ein musikloses und theatralisch wirkendes Tanzstück. Die Tänzerinnen liessen sich dabei auch nicht von Passanten stören, welche die Treppe hinauf- und hinunterhetzten.

Neben diesen Tanzvorstellungen wurden auch Workshops angeboten, in denen Interessierte vom Stepptanz bis zum Hip-Hop Street Dance fast alles lernen konnten.

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