Baden

Tarife für Primarschulkinder steigen: Eltern müssen erneut mehr für die Betreuung zahlen

Nachfrage nach Tagesbetreuungs-Plätzen steigt. Für 2016 budgetiert Baden Subventionsbeiträge von 547000 Franken. (Archiv)

Nachfrage nach Tagesbetreuungs-Plätzen steigt. Für 2016 budgetiert Baden Subventionsbeiträge von 547000 Franken. (Archiv)

Zum zweiten Mal innert zweier Jahre erhöht die Stadt Baden die Tarife für die Tagesbetreuung. Dieses Mal fällt die Erhöhung allerdings deutlich tiefer aus.

Erst dieses Jahr wurden die Tarife für den Krippenpool erhöht. Nun haben die Eltern von kindergarten- und primarschulpflichtigen Kindern in diesen Tagen wenig erfreuliche Post erhalten. Auf den 1. August 2016 werden sie mehr für die Tagesbetreuung ihrer Kinder bezahlen müssen.

Die Tariferhöhung fällt allerdings nicht so massiv aus, wie jene von 2014, als die Kosten für die Tagesbetreuung im Schnitt um 22 Prozent bis gar 35 Prozent stiegen. Im Vergleich dazu erscheint die Anpassung dieses Mal beinahe harmlos. Pro 1000 Franken, welche die Eltern als massgebendes Gesamteinkommen für die Tarifberechnung angeben, bezahlt sie 10 Rappen mehr pro Tag und Kind. Zudem müssen die Eltern beim Geschwisterrabatt Abstriche hinnehmen. Ab dem nächsten Schuljahr sind es pro zusätzlichem Kind jeweils 5 Prozent weniger Rabatt als bisher (Berechnungsbeispiel Box).

Die Stadt passt zudem die Abzüge beim verrechenbaren Steuereinkommen an. Eine Familie mit zwei Kindern konnte bisher 34 000 Franken abziehen. Neu sind es noch 30 000.

Stadträtin Daniela Berger (SP), die das Ressort Kinder, Jugend, Familie leitet, erklärt: «Mit der Steuerreform 2014 können Eltern höhere Abzüge für Kinder und Betreuungskosten geltend machen. Dadurch sinkt das steuerbare Einkommen, anhand dessen wir die Elternbeiträge berechnen.» Statt 50 000 würde eine Familie nur noch knapp 46 000 Franken ausweisen. «Sie müsste also weniger Steuern zahlen und bekäme gleichzeitig mehr Subventionen von der Stadt, weil ihr Einkommen in unserer Berechnung tiefer ausfällt», erklärt Berger. Es gehe bei der Tarifanpassung einerseits um diesen Ausgleich, andererseits werden aber die Elternbeiträge leicht angehoben, um den steigenden Kosten entgegenzuwirken.

Tariferhöhung wegen Optima

Der Grund dafür, dass Eltern pro 1000 Franken massgebendem Gesamteinkommen neu Fr. 1.35 statt Fr. 1.25 zahlen müssen und weniger Geschwisterrabatt erhalten, steht weder in der Medienmitteilung noch im Elternbrief. Er findet sich im Gesamtvoranschlag 2016 unter «04.05.16 Familie: Betreuung Schulkinder»: Im Rahmen des Sparprogrammes «Optima» soll 2016 der Anstieg der Kosten um 20 000 Franken und ab 2017 um 40 000 Franken abgefedert werden. «Die Subventionskosten für die Tagesstrukturen werden dennoch ansteigen, da die Nachfrage nach Betreuung wächst», sagt Berger. Aber die Kurve zeige nicht mehr so steil nach oben, fügt sie hinzu. Waren 2014 noch 495 700 Franken budgetiert, sind für 2016 547 000 Franken.

Im Gegenzug wird der Minimalbeitrag unabhängig vom Einkommen von bisher 16 Franken auf 14 Franken gesenkt. Durch diese beiden Massnahmen würden die Elternbeiträge für alle Einkommen linear ansteigen, heisst es im Schreiben der Stadt.

Ebenfalls wurden bereits auf dieses Schuljahr die Qualitätsrichtlinien leicht angepasst. Eine Gruppe hat neu 11 statt 10 Kinder. Zudem wird der Personaleinsatz flexibler gestaltet. Mussten beispielsweise bis anhin bei drei Betreuungspersonen zwei ausgebildete und eine geeignete eingesetzt werden, dürfen neu eine ausgebildet und zwei geeignet sein. Berger sagt dazu, dass weiterhin eine hohe Qualität in der Betreuung gewährleistet sei. «Mit der flexibleren Handhabung können die Kosten ebenfalls leicht eingedämmt werden», erklärt die abtretende Stadträtin.

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