Der Himmel ist grau und vor der geschlossenen Tür zur Stanzerei in Baden ist es still. Doch kaum öffnet man die schwere Tür, begegnet einem das farbige Leben, Wärme und geschäftiger Trubel, neugierige Menschen, die sich von Raum zu Raum treiben lassen und das Handwerk von kreativen Menschen bestaunen.

Seit Freitagabend präsentieren sich hier 28 Aussteller, die grösstenteils aus der Region Baden stammen. Sie erhalten seit 2011 an den «Tatsachen» regelmässig eine Plattform, um ihre Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren: Von Möbelkreationen über edle Weine bis zu nachhaltigen Kleidungsstücken gibt es vielerlei zu bestaunen.

Hochstehendes Handwerk

«Wir legen grossen Wert auf hochstehendes Handwerk», erklärt Judith Bütler, Mitorganisatorin des Anlasses, die an ihrem Stand handgefertigten Schmuck ihres Labels «bonbon» anbietet. Sie freut sich sehr über das rege Besucheraufkommen: «Dieses Jahr ist die Ausstellung viel luftiger und offener», sagt sie. Sie hätten diesmal mehr Räume in Anspruch genommen. Aber nicht, weil sie so mehr Ausstellern einen Platz hätten bieten können, sondern damit die Aussteller mehr Platz für die Präsentation an ihren Ständen erhalten. Bütler ist sich sicher, dass die Besucher es zu schätzen wissen, dass es nicht mehr so eng sei.

Neu hinzugekommen ist zudem ein Raum, der sich ganz der Fertigung widmet. Hier können die Besucher zusehen, wie neue Krippenfiguren, Hüte oder Schmuckstücke entstehen. Der Goldschmied, dem sie über die Schultern schauen dürfen, heisst Kurt Züllig und führt eine Schmuckwerkstatt in Ennetbaden. Er ist seit dem Start der «Tatsachen» im Organisationskomitee mit dabei. Das Besucheraufkommen sei seit eh und je gut gewesen: «Das Badener Publikum ist sehr treu und interessiert», so Züllig.

Interessierte Besucher

Er zeigt einigen Besuchern, wie der goldene Punkt auf seine Visitenkarten kommt. Das beobachten diese fasziniert und mit grossem Interesse. Währenddessen erzählt ein Besucher von seinem freitäglichen Besuch an der Zürcher Designmesse «Blickfang», die ihn und seine Begleiterin aber schwer enttäuscht hätte. Nicht wegen der Aussteller, sondern wegen den Anwandlungen einiger Besucher. Er geniesse es hier in Baden viel mehr, hier würden sich die Menschen wirklich noch dafür interessieren, wie etwas entsteht, ist er sich sicher.

Das gefällt auch Kurt Züllig, der sich dieses Jahr in einer für ihn ungewohnten Rolle wiederfindet: Nicht wie bisher im Verkaufs-, sondern viel mehr im Handwerkermodus. Es mache ihm aber ausserordentlich Spass, den Besuchern zu zeigen, wie er arbeitet. Und den Besuchern offensichtlich auch.