Baden
Tempo 30: Doppel-Poller erobern die Badener Quartiere

Die Stadt Baden will 30er-Zonen besser signalisieren und stellt jeweils gleich zwei Schilder auf. «Unverhältnismässig», findet ein az-Leser.

Pirmin Kramer
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Doppel-Poller

Doppel-Poller

zvg

Was auf dem Foto abgebildet ist, heisst im Fachjargon «Toranlage». Sie steht seit einigen Tagen auf der Münzbergstrasse unterhalb der Badener Baldegg. Ein Anwohner, Thomas Scheurer, kann über die neue Signalisation nur den Kopf schütteln.
Er sei ein Befürworter von Tempo 30 in Quartierstrassen, hält Scheurer fest. «Aber es macht meines Erachtens überhaupt keinen Sinn, gleich zwei Poller aufzustellen. Eine Signalisationstafel wäre doch völlig ausreichend.» Er forderte den Stadtrat in einem Schreiben auf, die Signalisation wieder auf ein gesundes Mass zurückzufahren und zumindest einen der «Badenersteine» – so werden die Betonquader genannt – inklusive Tafeln wieder zu entfernen.

Doch der einstige Vizeammann von Böbikon biss auf Granit. Stadtammann Geri Müller antwortete ihm: «Tempo 30-Zonen sind gemäss den geltenden Vorschriften so zu gestalten, dass sie ausdrücklich wahrgenommen werden.» Die Signalisation werde nun bei allen Tempo-30-Zonen auf dem Stadtgebiet angepasst.»

Zum Vergleich: In Wettingen wird auf 30er-Zonen jeweils mit einem Poller auf der rechten Strassenseite hingewiesen. Adrian Baumann, bei der Stadtpolizei zuständig für die Signalisationen, erklärt: «Es handelt sich nicht explizit um eine gesetzliche Vorgabe, aber wir folgen in Baden mit der doppelten Signalisation einer Empfehlung des Bundesamtes für Unfallverhütung.» Einige Dutzend 30er-Zonen würden nun überprüft, allenfalls neu signalisiert und markiert.
Die Toranlage auf der Müntzbergstrasse kostete 3000 Franken. Thomas Scheurer: «Der Stadtrat behauptet, eine Steuererhöhung sei zwingend, mehr sparen gehe nicht, die Zitrone sei ausgepresst. Gleichzeitig werden Doppel-Poller montiert. Da rollt es mir glatt die Zehennägel nach hinten.»
Wieder entfernt wurden vor einigen Tagen an der Müntzbergstrasse die Parkverbots-Tafeln. Sie wurden vom beauftragten Unternehmer irrtümlicherweise angebracht.

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