Wettingen

Teppich-Diebe verhaftet – Händler erhielt Ware für 280'000 Franken zurück

Markus Haas kurz nach dem Einbruch 2011 mit einem exklusiven Exemplar, das die Diebe übersehen hatten. (Archiv)

Markus Haas kurz nach dem Einbruch 2011 mit einem exklusiven Exemplar, das die Diebe übersehen hatten. (Archiv)

2011 wurden dem Wettinger Händler Markus Haas Teppiche im Wert von 280'000 Franken geklaut – einen davon vermisste er besonders. Jetzt stellt sich heraus: Eine Sondereinheit nahm die Einbrecher schon wenige Tage später fest.

Vor dreieinhalb Jahren klauten Diebe im Einrichtungsgeschäft Peter AG an der Landstrasse Orientteppiche im Wert von mehr als einer Viertel Million Franken. «Es waren Kenner am Werk», vermutete Geschäftsführer Markus Haas. «Nur die allerfeinste und teuerste Ware haben sie mitgenommen.»

Zum Diebesgut gehörten unter anderem vier Seidenteppiche, die er wenige Tage zuvor eingekauft hatte. 60 Teppiche stahlen die Einbrecher, sie durchsuchten alle Stapel, um die exklusivsten Exemplare zu erwischen. «Die haben gewütet und sich Zeit gelassen. Ein Wunder, dass sie nicht noch Kaffee kochten.» Und er bewies Galgenhumor: «Sie hätten doch wenigstens die Ausverkaufs-Teppiche mitnehmen können, die ich gerne losgeworden wäre.»

Zwar lief beim Diebstahl einiges schief – der Lift blieb wegen eines Hydraulikproblems stecken, die Diebe mussten die Türe aufbrechen. Doch sie verliessen das Geschäft unerkannt, und die Kantonspolizei tappte im Dunkeln. Die Geschichte geriet in der Öffentlichkeit weitgehend in Vergessenheit – bis diese Woche das Bundesgericht einen Entscheid publizierte. Einer der inzwischen verhafteten Diebe hatte Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich eingereicht, das ihn zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt hatte – vergeblich.

«Profis am Werk»

Auf Anfrage bestätigt Markus Haas: «Ich erhielt wenige Tage nach dem Einbruch einen Anruf, meine Teppiche seien von einer Sondereinheit gefunden worden. Die Diebe hatten die Ware in einer Garage im Kanton Zürich gelagert und wollten sie über die Grenze schaffen.» Dass ein Dieb das Urteil bis vor Bundesgericht zog, wusste er nicht. «Für mich war der Fall abgeschlossen, als ich die Teppiche zurückerhielt. Sie waren in perfektem Zustand und so schön zusammengelegt wie noch nie. Wie gesagt – es waren Profis am Werk», sagt er lachend.

Froh ist Haas darüber, dass er auch das Erbstück seines Grossvaters zurückerhielt. Dieser Orientteppich, der Naturmotive und Jagdszenen zeigt, ist ihm ans Herz gewachsen. «Ich gebe ihn nicht mehr her und habe nicht vor, ihn zu verkaufen – ausser jemand würde ihn an einem aussergewöhnlichen Ort platzieren, zum Beispiel in einem Schloss.»

Vor Bundesgericht wollte der Dieb die Aufhebung des Obergericht-Urteils erstreiten. Er rügte unter anderem eine Verletzung von Artikel 147 StPO und des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Die «Aussagen diverser einvernommener Personen» seien nicht verwertbar, da sein Teilnahmerecht und dasjenige seiner Verteidigung missachtet worden sei. Das Bundesgericht wies die Beschwerde ab, unter anderem, weil die Rügen den gesetzlichen Begründungsanforderungen nicht genügten.

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