Alles, was es brauchte, sind zwei Fahrräder mit Anhängern, ein Solarpanel mit Akkus, einen Projektor und eine selbst genähte Leinwand. Und fertig war das mobile Open Air Kino «cinemasud» der Helvetas, das am Sonntag und Montag auf seiner Schweiztournee Baden besuchte.

Andreas Nyffenegger, Organisator und Tour-Begleiter, stand vor dem Restaurant Rebstock, um mit Flyern die Besucher hereinzulocken. Denn infolge Gewitterregens hatte Helvetas ihr Freiluftkino in den Saal des Restaurants verlegt.

Als Standort des Open-Air-Kinos geplant war eigentlich die Frischluftbar Triebguet an der Limmat. Michelle Huber, Leiterin des «Triebguet», ärgerte sich über das schlechte Wetter:

«Es ist ein Frust, dass es nach einem Monat Sonne gerade jetzt regnet.» Bereits im Jahr 2010 unterstützte das «Triebguet» das damalige Pilotprojekt «cinemasud».

Schwerpunkt: südliche Erdteile

Michelle Huber ist noch immer vom Solarkino begeistert: «Wir wollten es wieder machen und fragten Helvetas selber an.» Auch das «Triebguet» versuche, möglichst CO2-neutral zu arbeiten, indem etwa Lieferanten aus der Region berücksichtigt werden.

«Die Pfefferminze für den Mojito stammt aus dem eigenen Garten, und wir beziehen Aquae-Strom von den Limmat-Kraftwerken», so Huber.

Gezeigt wurde am ersten Abend «Wadjda», der die Geschichte eines Saudi-Mädchens erzählt, das sich ein grünes Fahrrad wünscht, um sich gegen den Nachbarsjungen durchzusetzen.

Am zweiten Abend folgte «Wer weiss, wohin?», der den Kulturmix und den Geschlechterkampf im Libanon thematisierte.

Auch sonst greift die Kinoreihe auf Themen aus den Gebieten zurück, in denen Helvetas Entwicklungsprojekte betreut. Die Bezeichnung «cinemasud» macht klar, dass der Schwerpunkt in den südlichen Erdteilen liegt.

Akkus reichen für zwei Tage

Andreas Nyffenegger war mit vollen Batterien in Baden eingetroffen: «Wir haben die Akkus noch bei schönem Wetter geladen. Die halten zwei Tage. Erst am dritten Tag müssten wir die Akkus über das Stromnetz nachladen.» Die Tour geht am 30. Juli in Burgdorf weiter – in eine der 20 Schweizer Städte dieser Saison.