Mittelalterlich anmutende Musik erfüllt die Schlossruine, als Burgherr Rudolf zu Stein unter Jubel vor das Badener Volk tritt. Es gibt eine freudige Nachricht zu verkünden: Seine Tochter Amalia wird bald den edlen Herren Flavius heiraten. Die junge Frau ist davon aber alles andere als begeistert, gehört ihr Herz doch dem jungen Bäckerssohn. So präsentiert sich die Ausgangslage für das Wandertheater «Stein!», das auf der gleichnamigen Ruine hoch über der Stadt Baden an diesem Wochenende seine Premiere feierte.

Rund um die Ruine

Unter der Leitung der königlichen Garde erforschen die Zuschauer die mystischen und romantischen Geheimnisse der alten Gemäuer. Auf dem Weg treffen sie auf bizarr anmutende Kreaturen wie die wild kreischenden «Tüüfeli», welche sich auf den Felsen der Ruine herumtreiben und die Badener in Angst und Schrecken versetzen. Das interaktive Spektakel verbindet dabei Komik mit artistischen Inszenierungen. Hoch über den Köpfen der Zuschauer wirbeln Akrobatinnen und Akrobaten des «Ateliers Tanz der Lüfte» am sogenannten «Vertikaltuch» umher, während die Feuerkünstler von «Baden brennt» die Flammen sprechen lassen. Geigen, Gitarre und Trompete sorgen derweil zusammen mit dem Stein!-Chor und einem Djembé-Ensemble für die musikalische Untermalung des schaurig-schönen Treibens.

Die Idee und das Konzept für das Theater stammen von Alma Jongerius und Nadja Schneider – dabei orientieren sie sich an der Teufelskellersage und liessen sich von der Geschichte des Schwarzen Ritters der Ruine Stein inspirieren. Um das Spektakel der 70-köpfigen Truppe zu ermöglichen, war einiges an Vorarbeit notwendig – rund eine Tonne Holz wurde für die Konstruktion verbaut.