Leere Lokale
Teures Pflaster: Badener Ladenmieten so teuer wie in Grossstädten

Rund ein Dutzend Läden an guter Lage stehen in Baden leer. Die Mieten sind so hoch wie in Grossstädten, könnten nun aber leicht sinken.

Pirmin Kramer
Drucken
Teilen
Wie kommen die hohen Mietpreise in Baden zustande?

Wie kommen die hohen Mietpreise in Baden zustande?

Alex Spichale

In Teilen der Badstrasse und der Weiten Gasse bietet sich zurzeit ein tristes Bild: Rund ein Dutzend Ladenlokale sind verwaist, wobei die hohen Preise zum Thema werden.

Welch teures Pflaster Baden ist, zeigt ein Blick in den «Immobilien-Almanach» des Zürcher Beratungs- und Forschungsunternehmens Fahrländer Partner: Bei den Mietpreisen für Laden- und Büroflächen hält die Kleinstadt mit Metropolen wie Bern oder Basel mit (siehe Tabelle unten).

Wie kommen die hohen Mietpreise zustande? Dominik Matter von Fahrländer Partner: «Die Platzverhältnisse in Baden sind aufgrund der geografischen Lage relativ eng. Es gibt nicht besonders viele mögliche Standorte für Läden. Die Folge der Platzknappheit sind hohe Preise.»

Dass die Mietpreise trotz hoher Leerstände und sinkender Nachfrage nicht günstiger werden, hänge mit einer gewissen Beharrlichkeit der Vermieter zusammen. Michael Unold vom Immobilienvermittler Remax in Baden erklärt: «Baden zählt nach Zürich und Basel zu den wirtschaftsstärksten Regionen der Schweiz. Das schlägt sich auch auf die Preise der Gewerbelokale nieder.»

Leere Schaufenster in Baden, Februar 2018 Am Bahnhofplatz wird die Gelateria Mona Lisa umgebaut – hier zieht zum Frühlingsanfang wieder ein Eiscafé ein.
12 Bilder
Hier am Brenntweg 1 war während 30 Jahren die Stoffzentrale Zuhause, die unterdessen an der Weite Gasse 10 ist.
Leere Schaufenster in Baden
Der Unterwäscheladen Perosa zog Anfang Oktober von der Badstrasse 27 ins gegenüberliegende Haus an der Badstrasse 32.
Im vergangenen Februar zog der Steinladen La Pierre nach 24 Jahren an der Badstrasse 27 an die Weite Gasse 16. Hier entsteht bald ein neues Nagelstudio.
Im Haus zum Salmen an der Badstrasse 20, wo das Restaurant Da Franco stand, hat Schild seit 2013 eine Filiale der Marke «s.Oliver» betrieben.
Auf den Grundstücken an der Badstrasse 25-29 und am Brenntweg 1 wollte der Unternehmer Dölf A. Köpfli eigentlich ein Neubauprojekt namens «Metropol» errichten. Daraus wird vorläufig nichts.
Der ehemalige «Schild» am Schlossbergplatz wird gerade zu einem «Globus»-Kleidergeschäft umgebaut.
Im ehemaligen Lokal des Coiffeurs Wörndli an der Rathausgasse 20 zieht möglicherweise ein asiatischer Take-away ein.
Hier an der Weiten Gasse war früher das Reformhaus.
An der Weiten Gasse 32 zieht bald Kovats-Optik ein.
An der Weiten Gasse 14 war Chicorée Best Price eingemietet.

Leere Schaufenster in Baden, Februar 2018 Am Bahnhofplatz wird die Gelateria Mona Lisa umgebaut – hier zieht zum Frühlingsanfang wieder ein Eiscafé ein.

Alex Spichale

Einige der Läden, die derzeit leer stehen, hätten eine kritische Grösse; sie seien für gewisse Firmen womöglich ein wenig zu klein. Unold wagt zwei Prognosen: «Erstens werden die Läden mittelfristig wieder besetzt. Dies wegen der attraktiven Lage in der Altstadt, und weil die Vermieter ein Interesse daran haben, Mieter zu finden.»

Aufgrund der Standortattraktivität Badens werde es immer Unternehmer geben, die bereit sind, verhältnismässig hohe Mieten zu bezahlen.

Zweitens glaubt Unold, dass der Markt in den kommenden Monaten spielen wird und die Preise speziell in der Altstadt leicht nach unten korrigiert werden. «Ich bin überzeugt, dass die Mietpreise in der Altstadt das aktuelle Niveau nicht ganz werden halten können.»

Um in Baden mit einem Laden trotzt hoher Mietpreise erfolgreich wirtschaften zu können, brauche es innovative Geschäftsideen, ist der Immobilienexperte überzeugt.

Aarau holt auf, Brugg kühlt ab

Erste Preiskorrekturen fanden gemäss Immobilien-Almanach bereits statt. 2017 lag Baden bei den Mietpreisen für Gewerbeflächen noch vor Basel, Luzern und Winterthur, inzwischen knapp dahinter. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis sank von 253 auf 242 Franken.

Noch immer ist die Stadt Baden das mit Abstand teuerste Pflaster im Kanton. Aarau holt jedoch auf: Innerhalb eines Jahres stieg der Quadratmeterpreis bei den Gewerbemietflächen von 158 auf 183 Franken. Auch die Preise in Wettingen (von 167 auf 175 Franken) und Spreitenbach (von 128 auf 138 Franken) legten leicht zu, während die Mieten in Brugg sanken (von 169 auf 144 Franken).

Aktuelle Nachrichten