In Teilen der Badstrasse und der Weiten Gasse bietet sich zurzeit ein tristes Bild: Rund ein Dutzend Ladenlokale sind verwaist, wobei die hohen Preise zum Thema werden.

Welch teures Pflaster Baden ist, zeigt ein Blick in den «Immobilien-Almanach» des Zürcher Beratungs- und Forschungsunternehmens Fahrländer Partner: Bei den Mietpreisen für Laden- und Büroflächen hält die Kleinstadt mit Metropolen wie Bern oder Basel mit (siehe Tabelle unten).

Wie kommen die hohen Mietpreise zustande? Dominik Matter von Fahrländer Partner: «Die Platzverhältnisse in Baden sind aufgrund der geografischen Lage relativ eng. Es gibt nicht besonders viele mögliche Standorte für Läden. Die Folge der Platzknappheit sind hohe Preise.»

Dass die Mietpreise trotz hoher Leerstände und sinkender Nachfrage nicht günstiger werden, hänge mit einer gewissen Beharrlichkeit der Vermieter zusammen. Michael Unold vom Immobilienvermittler Remax in Baden erklärt: «Baden zählt nach Zürich und Basel zu den wirtschaftsstärksten Regionen der Schweiz. Das schlägt sich auch auf die Preise der Gewerbelokale nieder.»

Einige der Läden, die derzeit leer stehen, hätten eine kritische Grösse; sie seien für gewisse Firmen womöglich ein wenig zu klein. Unold wagt zwei Prognosen: «Erstens werden die Läden mittelfristig wieder besetzt. Dies wegen der attraktiven Lage in der Altstadt, und weil die Vermieter ein Interesse daran haben, Mieter zu finden.»

Aufgrund der Standortattraktivität Badens werde es immer Unternehmer geben, die bereit sind, verhältnismässig hohe Mieten zu bezahlen.

Zweitens glaubt Unold, dass der Markt in den kommenden Monaten spielen wird und die Preise speziell in der Altstadt leicht nach unten korrigiert werden. «Ich bin überzeugt, dass die Mietpreise in der Altstadt das aktuelle Niveau nicht ganz werden halten können.»

Um in Baden mit einem Laden trotzt hoher Mietpreise erfolgreich wirtschaften zu können, brauche es innovative Geschäftsideen, ist der Immobilienexperte überzeugt.

Aarau holt auf, Brugg kühlt ab

Erste Preiskorrekturen fanden gemäss Immobilien-Almanach bereits statt. 2017 lag Baden bei den Mietpreisen für Gewerbeflächen noch vor Basel, Luzern und Winterthur, inzwischen knapp dahinter. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis sank von 253 auf 242 Franken.

Noch immer ist die Stadt Baden das mit Abstand teuerste Pflaster im Kanton. Aarau holt jedoch auf: Innerhalb eines Jahres stieg der Quadratmeterpreis bei den Gewerbemietflächen von 158 auf 183 Franken. Auch die Preise in Wettingen (von 167 auf 175 Franken) und Spreitenbach (von 128 auf 138 Franken) legten leicht zu, während die Mieten in Brugg sanken (von 169 auf 144 Franken).