Es ist ein gemütlicher Abend eines sonnigen Montags, ein Tag, auf den die neue Leitung des Theaters im Kornhaus lange hingearbeitet hat: In rund einem Monat beginnt die neue Theatersaison. Es ist die erste für Nadine Tobler und Markus Lerch. Das Interesse daran, wer hinter der neuen Leitung steckt und wie sie das Programm gestaltet haben, ist gross. Und die mit reichlich Vorfreude vorgestellten kommenden Aufführungen haben definitiv neugierig gemacht. Rund 100 Vorstellungen erwarten die Zuschauer von September bis Mai. Die Freude der neuen Leiter an einer grossen Vielfalt spiegelt sich im Programm wider.

Das ThiK war schon immer mehr als ein Theater im traditionellen Sinn. Auf der kleinen Bühne im ehemaligen Kornhauskeller wird der Begriff Theater weiter gefasst als gemeinhin üblich: «Theater soll unterhalten, es soll aber auch Stiche versetzen, Welten schaffen und infrage stellen und unser Wohlsein mit brisanten Themen stören», erklärte Nadine Tobler.

Musik, Literatur, Philosophie, aber auch Fotografie und Filmkunst finden ihren Weg genauso auf die Bühne des ThiKs wie das Schauspiel. Das Theater im Kornhaus bietet für die Länge einer Aufführung Zweitwelten, deren Grenzen zur wirklichen Welt so hermetisch nicht sind. Die Frage danach, wo die Grenzen zwischen Welt und Schauspiel liegen, ist wohl so alt wie das Theater selbst. Fest steht, dass die Geschichten, Diskussionen und Darstellungen auf der Bühne sich immer mit Ideen, Sehnsüchten, Ängsten und Themen der realen Welt und wirklichen Menschen befassen. Es ist «diese Lust am Miterleben, Mitträumen und Mitleiden», die Tobler und Lerch ihren Zuschauern bieten wollen.

Das Saisonprogramm verspricht viel Neues, bleibt aber auch beliebten und bewährten Reihen treu, wie etwa dem «Philothik»-Morgen: In fünf philosophischen Gesprächen wird über den Anfang diskutiert. Doch auch einige neue Reihen wurden ins Leben gerufen. Neben erfolgreichen Künstlerinnen und Künstlern wird mit der neuen Reihe Szenotop jungen und noch wenig bekannten Künstlern eine Bühne geboten. Auch gibt es mehrere Auffüh- rungen, die sich spezifisch an Familien, Kinder und Jugendliche richten, wie etwas das Stück «Neue Mama gesucht» vom Theater Katerland.

Am 11. September findet das Eröffnungsfest mit «Bar, Grill und kulturellen Überrumpelungen» statt. Ein Abend voller artistischer Häppchen sowohl altbekannter wie auch neuer Gesichter.