Würenlos
Theater macht trotz hoher Schulden weiter – ohne finanzielles Abenteuer

Trotz hoher Schulden nach dem Stück «Teufelsuhr» im Jahr 2013 plant die Theatergemeinschaft Würenlos nun wieder eine neue Produktion. Mit dem Stück «s Gschirr vo früehner» will man im finanziell überblickbaren Rahmen bleiben.

Dieter Minder
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Erfolglos: Das Stück «Teufelsuhr» sorgte für 150000 Franken Schulden.

Erfolglos: Das Stück «Teufelsuhr» sorgte für 150000 Franken Schulden.

AZ/Archiv

«Wir werden das Stück ‹s Gschirr vo früehner› aufführen», sagt Sigi Zihlmann von der verschuldeten Theatergemeinschaft Würenlos. Doch diesmal wollen die Verantwortlichen vorsichtiger ans Werk gehen als bei der «Teufelsuhr». «Es wird eine finanziell überblickbare Produktion, wir lassen uns auf kein finanzielles Abenteuer mehr ein», versichert Zihlmann.

Mit dem Stück «Teufelsuhr» hatte die Theatergemeinschaft im Sommer 2013 ein massives Defizit eingespielt. Rund 150 000 Franken blieb sie Lieferanten und Auftragnehmern schuldig. «Momentan haben wir noch Schulden von rund 28 000 Franken», sagt Zihlmann. Einige Auftragnehmer hatten auf Forderungen verzichtet und die Spendenaufrufe waren auch nicht ganz erfolglos gewesen.

Zihlmann ist zuversichtlich: «Wir hoffen, die Schulden in ein bis zwei Jahren begleichen zu können.» So lange will die Vereinigung mit ihrer nächsten Theateraufführung aber nicht warten.

Nur noch fünf Schauspieler

Obwohl finanziell ein Debakel, war die Aufführung der «Teufelsuhr» künstlerisch ein Erfolg gewesen. Daran will die Theatergemeinschaft mit «s Gschirr vo früehner» anknüpfen. «Hans Suter hat die Groteske geschrieben», sagt Zihlmann. Das Stück handelt von fünf älteren Leuten, die zusammen eine Art WG gründen wollen und dafür aus den aufgelösten Haushalten ihr Geschirr mitbringen. «Das Stück habe ich in den Jahren 2003/2004 geschrieben», sagt Suter.

«Dabei verwendete ich dieselben Figuren wie in den Hörspielen für den Memotreff des Radios.» Von Beruf Autor und Schauspieler, hat Hans Suter unter anderem das Theater Tuchlaube in Aarau geleitet und war mehrmals im Theater Claque Baden aufgetreten. Von dort kenne er auch den Badener Albert Freuler. Diesen konnte die Theatergemeinschaft als Regisseur gewinnen. Gespielt wird diesmal nicht mehr im Steinbruch, sondern in der alten Kirche.

«Wir wollen kein neues Abenteuer eingehen», sagt Zihlmann. Deshalb habe man für die Produktion einen finanziell überblickbaren Rahmen ausgewählt. Und bei diesem Stück genügen fünf Schauspieler, um dem Publikum einen vergnügten Abend zu bieten. Aber bis dahin müssen sich diese noch mindestens ein Jahr gedulden.

«Voraussichtlich wird das Stück im Frühjahr 2016 aufgeführt», sagt Zielmann. Es seien aber noch verschiedene Abklärungen nötig, so sollen Kollisionen mit Ferien oder anderen grossen Anlässen in der Region möglichst verhindert werden. Man will nicht nur die Würenloser, sondern auch Leute aus der Umgebung als Theaterbesucher gewinnen.