Um es vorne wegzunehmen: Eltern verliessen dieses Mal keine frühzeitig mit ihren Kindern die schöne Parkanlage des Kindermuseums in Baden. Letztes Jahr stellte Geschichtenerzähler Sven Mathiasen mit seinem vom Tod handelnden Stück «Das Gold des Hasen» die Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Probe. Fast schon brav wurde heuer die 6. Ausgabe von «Theater im Park» lanciert. Keine geringere als die Grande Dame des Figurenspiels, Margrit Gysin, trug das Gebrüder-Grimm-Märchen «die sieben Raben» und zog mit ihrer Präsenz die vorwiegend jungen Zuschauer in ihren Bann. Gysin ist eine Pionierin auf diesem Gebiet des Geschichtenerzählens und fesselt ihr Zuschauer seit fast fünf Jahrzehnten mit ihren Geschichten. Vor zwei Jahren erhielt sie gar den Schweizer Theaterpreis.

Daniel Kaysel, Leiter des Kindermuseums, zeigte sich denn auch stolz, die neue Theater-Saison mit einer solch profilierten Geschichtenerzählerin eröffnen zu können. Erleichtert war er vor allem ob des wider Erwarten doch noch schönen Wetters an diesem Sonntagvormittag. Zwar finden die Aufführungen jeweils auch bei schlechtem Wetter statt. Doch der Charme und der Zauber kommen eigentlich nur so richtig im Freien auf. Die Theaterreihe wurde 2014 ins Leben gerufen und ging seinerzeit aus der Sonderausstellung «Vorhang auf für das Figurentheater!» hervor.

Sonnensegel spendet Schatten

Dass sie auch im fünften Jahr ihres Bestehens nicht an Reiz verloren hat, zeigte sich letzten Sonntagvormittag. So fesselte Margrit Gysin die jungen Zuschauer von der ersten Minute an. Dabei verzichte sie gänzlich auf Kulissen. Vielmehr diente Ihr Kleid als Requisite und Kulisse zugleich. Geschickt liess sie die Kinder an ihrer Geschichte teilhaben, woraus sich zeitweilen ein regelrechter Dialog entwickelte.

Weil das Wetter wechselhaft war, wurde auf das Anbringen eines Sonnensegels verzichtet. Gut, wer an Mütze und Sonnencreme gedacht hatte. Wem es doch zu warm war, der fand im Schatten der grossen Bäume Abkühlung. Gut möglich, dass die Sonne auch bei den restlichen drei Aufführungen scheinen wird. Am 23. Juni wird «ein grosses Fest» nach dem Bilderbuch von Hans Fischer aufgeführt. Am 18. August das Stück «Frederick» nach dem Bilderbuch von Leo Lionni. Und abgeschlossen wird die diesjährige Theaterreihe mit dem Stück «Max und Moritz» nach einer Geschichte von Wilhelm Busch. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 11 Uhr.