Dr. Fritz Ziegler fällt die Kinnlade hinunter, als ihm seine Julia «füdliblutt» von der Titelseite der Zeitung entgegenlacht: Auf ihrem Décolleté prangen die ominösen Buchstaben REWOP, und der Arzt sieht seine Beförderung in der streng katholischen Aloisius-Klinik in Gefahr. Fieberhaft überlegt Fritz, was er tun könnte, um nicht mit dieser Skandalnudel in Verbindung gebracht zu werden. Seine Frau Irene (Andrea Keller) schrubbt der Tochter derweil die Aufschrift von der Brust, und Mitbewerber Dr. Othmar Köttner (Mike Weber) freut sich über diesen Skandal.

Am Samstag feierte das Theater Nussbaumen Premiere mit seinem neuen Stück «Väter der Braut». Peter Rathgeb, dem die Rolle von Dr. Ziegler auf den Leib geschrieben ist, hat die Originalfassung von Erich Virch ins Schweizerdeutsche adaptiert. Corinne Rathgeb führt Regie bei der klassischen Boulevard-Komödie, die alles hat, was man zum Lachen braucht: Witzige Dialoge, Notlügen, peinliche Situationen, überraschende Wendungen.

Der verliebte Golfballtaucher Kevin Müller (Michael Rathgeb) bringt Ziegler schliesslich auf die zündende Idee mit der Hochzeit. «Müller, das ist ein guter Nachname. So heisst eine selbstbewusste, selbstbestimmte Frau», versucht Fritz Ziegler seiner Tochter den Rosenkavalier schmackhaft zu machen. Doch Julias Auserwählter ist nicht Kevin, sondern der Orthopäde Dr. Andi Löffler (Cenk Korkmaz), den sie gerade mal seit vier Tagen und sieben Stunden kennt. Fritz ist jeder Schwiegersohn recht, Hauptsache neuer Nachname. Schon bald entpuppt sich Löffler aber als völlig ungeeignet und Ziegler versucht mit allen Mitteln, die frische Verbindung zu sabotieren. Als dann sein einstiger Ferienflirt Viola Löffler (Jacqueline Bysäth) auftaucht, wird klar: Die «Halbgötter in Weiss» sind auch keine Heiligen, sondern offenbaren menschliche Schwächen.

Zwei Pannen an der Premiere

Traditionell spielt beim Theater Nussbaumen auch das Kulinarische eine wichtige Rolle. So feierte nicht nur die Bühnencrew, sondern auch das neue Catering-Konzept Premiere. Das riesige Interesse an den Menüs führte zu grösseren Service-Verzögerungen, für die sich der Küchenchef persönlich entschuldigte. Er offerierte deshalb ein Dessert oder einen Glühwein.

Bei der Tombola war ein Teil der Losnummern doppelt vorhanden. Für die betroffenen Lose wurden Ersatzpreise verhandelt. «Die beiden Pannen waren auch für uns eine unerwartete Erfahrung. Beide Vorkommnisse haben wir noch am selben Abend analysiert und die nötigen Massnahmen eingeleitet, damit die Aufführungen vom Mittwoch, Freitag und Samstag wieder gewohnt reibungslos funktionieren», so Regisseurin Corinne Rathgeb.