Baden

Thierry Burkart: Der Professionelle mit Charme und Kanten

Der designierte Grossratspräsident Thierry Burkart, sekundiert von der Frau Weibel, wirbt für den Aargauer Geist im «Kanton der Regionen». -rr-

Der designierte Grossratspräsident Thierry Burkart, sekundiert von der Frau Weibel, wirbt für den Aargauer Geist im «Kanton der Regionen». -rr-

Die Erfolgsstory begann als politisch interessierter Gymnasiast. Vom März 2001 schaffte er es im Grossen Rat innert zwölfeinhalb Jahren vom freisinnigen Jungspund zum Grossratspräsidenten. Rückblick auf eine wahrhaft präsidiale Feier..

Die Präsidentenfeier für Thierry Burkart geht als eine der aufwendigsten in die Aargauer Geschichte ein. Ein attraktives Programm, massvolle Ansprachen – die nun mal dazugehören – und ein präsidiales Schlusswort, das zum geselligen Schlussteil überleitete.

Alles Zufall? Mitnichten. Der 38-jährige Burkart überlässt im politischen Leben nichts dem Zufall, und bleibt aber auch als «Animal politique» sich selbst. Das macht seine Beliebtheit aus, die in alle politischen Lager und Gremien hineinreicht. Wenn sein Wahlresultat (112 Stimmen) das nicht widerspiegelt, so liegt es daran, dass er nebst seinem Charme auch unmissverständlich seine Kanten zeigen kann.

Eine zumindest ostaargauische Menükarte

Es war im März 2001, als Thierry Burkart bei seiner ersten Kandidatur als jüngster FDP-Grossrat für den Bezirk Baden nach Aarau delegiert wurde. «Mein Ziel ist es, gute Arbeit zu leisten», sagte der 25-Jährige im Porträt in der az. Er ist dem Ziel treu geblieben und will es weiter tun. Sein zweites Ziel heisst «Aargau».

Neben Baden, seiner Stadt, wo er Ortsbürger geworden ist, hat ihn heute der Kanton infiziert, als dessen Diener er sich sieht. Nahezu symbolisch dazu die Speisekarte: Ennetbadener Riesling Sylvaner, Würenloser Pinot Noir, Badener Rieslingschaumsuppe, Zurzacher Kalbsschulterbraten und ein Dessert mit Rüeblikuchen.

Die Feier war professionell organisiert – Professionalität, ein Etikett, das sich Burkart in seinen Chargen in der Politik und ausserhalb davon zugelegt hat. Soul-Sänger Seven und Wortakrobat Simon Libsig traten auf, Moderatorin Judith Wernli, sowie die Trafo-Crew, die eine 350-köpfige Gästeschar bestens bewirtete.

Unter dieser befanden sich legendäre Figuren, zahlreiche ehemalige Regierungsräte und Grossratspräsidenten, so der Wettinger Max Knecht (1973/74), Hans Zbinden (1986/87), der im Kantonsarchiv fälschlicherweise Baden zugeschrieben wird, jedoch in seiner Amtszeit an der Nägelistrasse 5, knapp auf Wettinger Boden wohnte.

Zbinden hatte jedoch seine politische Heimat bei der SP Baden. Doch den Kostenbeitrag zur Feier im Zelt auf der Zirkuswiese leistete damals Wettingen. Diesmal benötigte es – nebst Kanton und Stadt Baden – kräftige Sponsoren und ein starkes OK. Burkart gelang es, die richtigen Leute hierfür zusammenzubringen.

Der Kanton verändert sich weiter

In seiner Ansprache nahm Burkart einige Zahlen für markante Veränderungen zu Hilfe: In seiner Grossratszeit seien aus 580 000 Einwohnern im Kanton 630 000, aus 232 Gemeinden jedoch deren 213 geworden. Der als farblos gehandelte Aargau sei im nationalen Ranking auf Platz drei vorgestossen.

Burkart mahnte indes, auf dem Boden zu bleiben, denn der Aargau habe auf dem Weg weiterer Reformen einige Hürden zu nehmen, die das Wachstum und der Bedarf an Infrastrukturanlagen in allen Bereichen mit sich bringen würden. Er wolle als Grossratspräsident zu einer Diskussion beitragen, in der divergierende Interessen verständlich diskutiert würden, wobei regionale Positionen zurückstehen müssten.

Einige Bonmots aus den diversen Ansprachen dürfen hier nicht fehlen: So vom höchsten Aargauer Richter Guido Marbet, der Burkart unterstellte, nicht auf die Staatskarosse angewiesen zu sein, weil ihm als TCS-Präsident ja ein gelber Heli zur Verfügung stünde. Vorgängerin Vreni Friker überreichte ihm Pfefferminztee und Gummibärli gegen «strapazierte Nerven».

Landammann Alex Hürzeler forderte Burkarts Rückkehr ins Tor des FC Grossrat. Burkart letztlich verwies auf die geografische Nähe der präsidialen Crew: 1. Vize Markus Dieth, Wettinger Gemeindeammann, 2. Vize Marco Hardmeier, Schulleiter in Wettingen, und er selber, wohnhaft am Lägernhang. «Der Lead», so Burkart, «ist aber in Badener Hand».

Baden feiert neuen Grossratspräsident Thierry Burkart

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