Baden
ThiK: Die neue Co-Leitung sprüht vor Theater-Begeisterung

Ab Sommer 2015 wollen Nadine Tobler und Markus Lerch die Erfolgsgeschichte des ThiK in Baden weiterschreiben. Dabei muss ihnen der Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Innovation gelingen.

Martin Rupf
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Die neue Thik-Leitung Nadine Tobler und Markus Lerch.

Die neue Thik-Leitung Nadine Tobler und Markus Lerch.

Martin Rupf

Vor gut drei Monaten kündigten Anita Rösch und Simon Egli an, dass sie nach 25 Jahren die Leitung des ThiK – Theater im Kornhaus – im Sommer 2015 aufgeben werden. Nun steht fest, wer ihre Nachfolge antritt. Es sind mit Nadine Tobler (33) und Markus Lerch (61) zwei bekannte Gesichter in der regionalen Kulturszene.

So hat sich Tobler als Regieassistentin, Produktionsleiterin und Performerin einen Namen gemacht. Zudem sei die Badenerin mit der Stadt und deren Kulturinstitutionen eng verbunden, heisst es in einer Medienmitteilung. Und auch der aus Zürich stammende Markus Lerch ist kein Unbekannter, hat er doch seit 2009 die Produktionsleitung des Figura Theaterfestivals inne. Zuvor wirkte er als Schauspieler, Regisseur und Projektleiter und gründete 1990 den Zirkus Chnopf.

Als Co-Leitung beworben

Auf Anfrage der az zeigt sich die neue Co-Leitung voller Vorfreude: «Wir kennen uns schon lange und hatten wirklich grosse Lust, diese Aufgabe gemeinsam zu übernehmen», sagt Nadine Tobler. Deshalb hätten sie sich auch gemeinsam für eine Co-Leitung beworben. «Wir sind beides zwei Teamplayer und überzeugt, dass wir uns gut ergänzen werden», ergänzt Lerch.

Die neue Aufgabe bezeichnen beide als grosse Herausforderung: «Natürlich haben wir grossen Respekt vor der Geschichte dieses Hauses», sagt Lerch. «Wir werden mit diesem Erbe ganz bestimmt sorgfältig umgehen», ergänzt Tobler. Wie genau sie dies zu tun gedenken, lassen sie noch offen. «Wir haben schon viele Ideen, doch wäre es jetzt noch zu früh, mit diesen an die Öffentlichkeit zu treten», so Lerch. «Zuerst wollen wir jetzt einmal in Ruhe ankommen», fügt Tobler lachend hinzu.

Doch so viel können sie verraten: «Wir wollen unsere Begeisterung fürs Theater den Menschen weitergeben.» Dabei denken sie nicht nur an ihr Stammpublikum, sondern sie wollen mit einem vielseitigen Programm auch möglichst viele verschiedene Menschen und Geschmäcker ansprechen.

«Dabei müssen wir natürlich den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Innovation machen», sagt Lerch. In einem Jahr übernehmen die beiden die ThiK-Leitung. Für Lerch bedeutet das unter anderem, dass er die Festivalführung des Figura Theaterfestivals abgibt. Und für Tobler bedeutet es, dass sie als Kulturschaffende zum ersten Mal eine feste Anstellung über eine längere Zeit hat. «Bis jetzt habe ich von Projekten zu Projekten gelebt; das ist ein völlig neues Gefühl.»

Viel gute Bewerbungen

Zufrieden zeigt sich auch Alfons Müller, Präsident des Vereins ThiK. «Die beiden neuen Leiter zeichnet eine hohe Professionalität aus und ich bin überzeugt, dass sie sich gut ergänzen werden.» Dass Tobler und Lerch dazu noch aus der Region stammen, bezeichnet Müller als grosses Plus. «Die neue Leitung hat bereits einen starken Bezug zum ThiK und ein grosses Bewusstsein für die Geschichte dieses Hauses.»

Freude herrscht aber nicht nur beim Präsidenten und der neuen Leitung, sondern auch bei deren Vorgänger. «Ich bin sehr glücklich über diese Wahl», sagt Anita Rösch. Abgesehen davon, dass sie von den Qualitäten der beiden absolut überzeugt sei, sei es sicher ein Gewinn, dass das Leitungs-Duo aus einer Frau und einem Mann bestehe, «die erst noch zwei Generationen verkörpern», so Rösch.

Überhaupt sei sie – auch wenn nicht Mitglied des Findungsrates – von den vielen guten Bewerbungen sehr positiv angetan gewesen. «Man kann schon sagen, dass das auch für den guten Ruf und den guten Zustand des ThiK spricht», sagt Anita Rösch nicht ohne Stolz.

Zusammen mit ihrem Mann Simon Egli bereitet sie nun ihre letzte Saison – die 25. Spielzeit – vor. Im Sommer 2015 übernehmen dann definitiv Tobler und Lerch, um die Saison 2015/2016 vorzubereiten.

Das seit 1990 unter dem Namen ThiK geführte Theaterhaus gehört mit 130 Plätzen und rund 100 Vorstellungen pro Jahr zu den renommierteren Kleinkunstbühnen im deutschen Sprachraum. Finanziert wird das ThiK durch Eintrittskarten, Gönner- und Förderbeiträge sowie weitere Beiträge. Das Jahresbudget beläuft sich auf rund 700 000 Franken.