Baden
ThiK will Theaterschaffende in den Aargau locken

7000 Zuschauer am Theater im Kornhaus (ThiK): Die Co-Leiter Nadine Tobler und Markus Lerch freuen sich über ihre erste Saison 2015/16

Elisabeth Feller
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Markus Lerch und Nadine Tobler bilden die ThiK-Leitung. (Archiv)

Markus Lerch und Nadine Tobler bilden die ThiK-Leitung. (Archiv)

Salomé Meier

Verwundert reiben sich Nadine Tobler und Markus Lerch die Augen: Ihre erste Saison am ThiK ist nur so vorbeigeflitzt. Wie schön, dass jeweils nur die Vorstellungen zu Ende sind, das Theater als Gesamtkunstwerk aber immer weiterlebt. Deshalb ist der Start in die Saison 2016/17 für das Co-Leitungsteam eine erneute Freude, zumal es Rückenwind verspürt: «Wir sind auf eine hohe Akzeptanz gestossen, und das ebenso beim Publikum wie bei den Geldgebern», sagt Tobler. «Wir hatten ein Superjahr.»

Alles umkrempeln wollen Tobler und Lerch auch in der zweiten Spielzeit nicht; Neuerungen gibt es dennoch. Zum Beispiel «Sprechstunde ThiK», die an vier Dienstagen von 17.30 bis 19.30 Uhr an der Bar und im Foyer stattfindet. «An diesen Tagen können sich die Zuschauer ergänzende Informationen zu den Aufführungen holen. Oder sie können sich von uns beraten lassen, wenn sie über ihre Programmauswahl unsicher sind», erläutert Markus Lerch.

Neu ist ferner «Szenotop», eine auf drei Jahre angelegte Residenz. Ziel dieses Projekts ist es, Theaterschaffende wieder in den Aargau zurückzulocken, um so die aargauische Theaterlandschaft zu bereichern. So wird das ThiK ab kommender Saison der Truppe «Wir & Co.» unter der Leitung von Anna Pabst, Eva Welter und Anne Süster Andresen Gastrecht gewähren. Ihr erstes unter Mitarbeit von Badener Kantonsschülern erst im Entstehen begriffenes Stück heisst «Klassiker G2H» – die Bearbeitung eines Klassikers.

Weiterhin ein breites Programm

Nicht neu ist hingegen die programmliche Bandbreite, auf die Nadine Tobler und Markus Lerch abermals setzen. «Wir möchten Perlen aufspüren», betonen sie und meinen damit, dass vom poetischen Musiktheater über clowneske Komödien, spitzzüngige Satire, Wortklangwelten und Tanz (etwa Flamencos en route) praktisch alles im ThiK Platz hat. Das Team schüttelt den Kopf, wenn man es auf Themen anspricht: «Nähmen wir allein auf solche Bezug, hätten wir viel zu wenig Spielraum.» In der Saison 2016/17 werden auf der Bühne des Kellertheaters allein sechs Premieren, zwei Schweizer Erstaufführungen und eine Wiederaufnahme («Frontalunterricht» mit Patti Basler und Philippe Kuhn) gezeigt.

Daneben gibt es eine Fülle weiterer Produktionen, die dem Leitungsduo am Herzen liegen. Um nur drei herauszugreifen: «Sarah», ein erschütterndes Stück nach einer Reportage von Erwin Koch über eine krebskranke 17-Jährige, oder etwa «Die Geierwally» nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern aus dem Jahre 1873.

«Diese Produktion war vor Jahren am Zürcher Theater am Neumarkt zu sehen», so Nadine Tobler, «jetzt beleben die Schauspielerin Ursula Reiter und der Musiker Michael Sauter diese neu.» Zudem ist beim Leitungsteam die Vorfreude auf Nick Paynes fulminantes Zweipersonenstück «Konstellationen» gross. Last but not least werden die Formate «Die blaue Lunte» (Badener Kantischüler gestalten Abende), das PhiloThik und der Theaterfunken mit Schulaufführungen weitergeführt. Natürlich wird die neue Spielzeit mit einem Fest am 17. September kräftig eingeläutet: Die Pamplona Grup lockt mit «Leichtem Wahnsinn und Musik aus dem wilden Osten».