Neuenhof
Tiefbauspezialist Elsässer: «Ich möchte reisen und die Welt sehen»

Nach 42 Jahren als Tiefbauspezialist geht Hanspeter Elsässer in den wohlverdienten Ruhestand. Er hat neben seiner Tätigkeit als Tiefbauspezialist auch als Friedhof- und Winterdienstkoordinator, Archivar und als Schlüsselverwalter gearbeitet.

Samuel Schumacher
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Hanspeter Elsässer zum letzten Mal am Steuer einer grossen Baumaschine.

Hanspeter Elsässer zum letzten Mal am Steuer einer grossen Baumaschine.

Samuel Schumacher

Hanspeter Elsässer wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel, als er am Freitag vor dem Gemeindehaus von seinem Ehrenplatz auf der riesigen Baumaschine herunterstieg und von seinem Team, seiner Familie und Freunden zum Apéro erwartet wurde.

Während gut 42 Jahren hat Elsässer der Gemeinde Neuenhof als Fachspezialist Tiefbau gedient und für den Unterhalt der Strassen und Abwasserleitungen gesorgt. Dass sein letzter Arbeitstag nach über vier Jahrzehnten im Amt ein spezieller sein würde, das wusste Elsässer.

Dass er mit einem Oldtimer-Feuerwehrauto zu Hause abgeholt, mit seinem Team auf eine kurzweilige Abschieds-Litteringtour geschickt und schliesslich mit einem langen Gemeindefahrzeug-Corso zum Gemeindehaus geleitet werden würde, hätte er nicht erwartet.

«Dass ich jetzt in Pension gehe, realisiere ich noch gar nicht richtig. Ich habe bis zur letzten Minute gearbeitet und die Beine nicht zu früh hoch gelagert», sagt Elsässer und betont, wie sehr ihm seine Arbeit bei der «Multi-Kulti-Abteilung» gefallen habe.

«Wenn in der Gemeinde etwas anfiel, hat man oft uns gerufen, weil man wusste, die Bauverwaltung kriegt das irgendwie hin», lacht Elsässer.

So hat er in seinen 42 Jahren neben seiner Tätigkeit als Tiefbauspezialist auch als Friedhof- und Winterdienstkoordinator, Archivar und als Schlüsselverwalter gearbeitet und stand als Pikettchef bei der Feuerwehr sowie als freiwilliger Helfer bei unzähligen Dorffeiern, Jugendfesten und Jubiläen im Einsatz.

Auf der Suche nach Wasseradern

«Ich glaube nicht, dass es in Neuenhof eine Strasse gibt, auf der ich nicht irgendwann mal als Tiefbauspezialist gewirkt habe», erklärte Elsässer. In seiner Zeit wurde ein Grossteil des Gemeindegebiets neu erschlossen.

«Wir haben uns stets Mühe gegeben, alle Strassen in guten Zustand zu halten, was uns gelungen ist. Man springt hier nicht von Loch zu Loch wie andernorts», sagt Elsässer und lacht.

Für die bevorstehende Zeit hat der Ur-Neuenhofer einige Pläne. «Ich möchte reisen, etwas von der Welt sehen und die Zeit mit meinen drei Kindern und vier Enkeln geniessen.» Daneben wird er weiter als Rutenläufer nach geopathischen Störfeldern und Wasseradern suchen.

«Er hat kein böses Wort verloren»

Bauverwalter Peter Richiger schenkte ihm an seinem letzten Arbeitstag eine orange Weste. «Ich bin nicht weg. Ich komme nur nicht wieder», steht darauf. Richiger, der 41 Jahre lang mit Elsässer zusammengearbeitet hatte, dankte seinem langjährigen Freund für seinen Einsatz und seine Kollegialität.

«In all den Jahren hat Hanspeter Elsässer trotz der unvermeidbaren Hektik nie ein böses Wort verloren. Das ist eine Qualität, die es nur noch selten gibt.»