Schweizweit gibt es 21 Caritas-Märkte. Armutsbetroffene aus dem Aargau mussten bis anhin aber über die Kantonsgrenze hinaus, um vom karitativen Projekt zu profitieren. Das wird sich im November ändern: An der Rütistrasse in Baden wird der erste Aargauer Caritas-Markt eröffnet werden. Mit dem Standort ist Kurt Brand, Geschäftsführer der Caritas Aargau, zufrieden: «Der Markt wird von der Bruggerstrasse aus gut sichtbar sein und sich in der Nähe des Bahnhofes befinden. Trotzdem wird eine gewisse Anonymität gewährleistet.» Eine zentralere Lage, etwa mitten in der Innenstadt, wäre weniger optimal gewesen.

Gute Produkte zu Tiefstpreisen

Anders als bei den Secondhand-Shops von Caritas darf in den Märkten nicht jeder einkaufen: «Nur wer Sozialhilfe, Ergänzungsleistungen oder Stipendien bezieht, hat Anrecht auf eine Einkaufskarte», sagt Brand. Bei Working Poor (arbeitstätige Menschen, die unter dem Existenzminimum leben) wird die Anspruchsberechtigung individuell geprüft. Das Sortiment der Caritas-Märkte enthält einwandfreie Lebensmittel und Hygieneartikel des täglichen Bedarfs. Häufig handelt es sich um Produkte mit einem Verpackungsfehler oder um Überbestände von Produzenten und Grossverteilern.

Neun neue Arbeitsplätze

Nicht nur die Armutsbetroffenen der Region profitieren vom «Caritas Markt»: Dank der Zusammenarbeit mit dem Lernwerk Turgi werden gleichzeitig Einsatzplätze für Schulabgänger sowie erwerbslose und ausgesteuerte Menschen geschaffen. «Für Caritas und das Lernwerk ist das eine Win-win-Situation», so Brand. Laut Sandro Furrer, Kaufmännischer Leiter des Lernwerks Turgi, wird mit neun Teilzeit-Arbeitsplätzen gerechnet. «Später ist auch ein Ausbildungsplatz vorgesehen», sagt Furrer. Für die ersten fünf Betriebsjahre benötigt der «Caritas Markt» finanzielle Unterstützung von Kirchen, Gemeinden und Spendern. Momentan seien viele Antworten noch pendent. Eine der Gemeinden, die ihre Unterstützung bereits zugesichert hat, ist Remetschwil. «Wir erhalten viele Beitragsgesuche», sagt Gemeindeschreiber Roland Mürset, «dieses Projekt erachten wir aber als gute Sache für die Region, daher werden wir uns beteiligen.»