Wettingen
Tierhalterin lanciert eine Petition gegen künstlichen Fuchsbau

In Kunstbauten werden Hunde wie Dackel für die Jagd auf Füchse ausgebildet. Dabei begegnen sich Hund und Fuchs, bleiben aber immer getrennt. Gegen das Vorhaben regt sich Widerstand. Der Aargauische Tierschutz lehnt die Baujagd von Füchsen ab.

Dieter Minder
Drucken
Teilen
Barbara Stöckli zeigt ihre Unterschriftenbogen gegen die Quälerei von Füchsen.jpg

Barbara Stöckli zeigt ihre Unterschriftenbogen gegen die Quälerei von Füchsen.jpg

DM/Key

«Ich bin nicht gegen die Jagd, aber so eine Anlage darf einfach nicht gebaut werden – weder in Wettingen noch an einem anderen Ort», sagt Barbara Stöckli. Deshalb hat die Wettingerin eine Petition gegen die geplante Kunstbau- oder Schliefenanlage auf dem Mooshof von Wettingen lanciert (siehe Text rechts). Sie hofft, dass möglichst schnell einige Hundert Unterschriften zusammenkommen, die sie dann dem Kanton zustellen wird. Unterstützt wird sie von zahlreichen Freundinnen.

Hintergrund

Private planen auf dem Mooshof im Eigi einen sogenannten Kunstbau, in dem Dackel, Terrier und ähnliche Bauhunde für die Fuchsjagd in Fuchsbauten ausgebildet werden sollen. Die Bauernfamilie Benz stellt ihnen dafür ein Areal zur Verfügung. Walter Benz, ausgebildeter Tierpfleger, würde die Betreuung der Füchse übernehmen. Die Hunde sollen darin üben, einen Fuchs zu verbellen, aber nicht in einen Kampf mit ihm zu treten. Bewilligungsinstanz ist letztlich der Kanton Aargau, sowohl für die Haltung von Wildtieren als auch für den Bau. (az 9.10. und 2.11.). (DM)

Keine Jagd mit lebenden Ködern

Stöckli ist sich bewusst, dass der Tierschutz ein sehr emotionales Thema ist: «Deshalb will ich sachlich bleiben.» Ihre Aktion richte sich nicht gegen einzelne Personen, sondern gegen diese Art der Jagdausbildung. Es gehe nicht, dass die Jagd mit lebenden Ködern, in diesem Falle Füchsen, geübt werde. «Hier ist eine klare Lücke im Tierschutzgesetz, die geschlossen werden muss.» Das Gesetz verbietet, dass lebende Tiere verwendet werden, um Hunde abzurichten oder auf Schärfe zu prüfen. Die Ausnahme: Gestattet sind kantonal bewilligte Kunstbauten, in denen Bodenhunde abgerichtet und geprüft werden. In diesen Kunstbauten begegnen sich Fuchs und Hund, bleiben aber durch Gitter getrennt, wenn die Anlage richtig bedient wird.

Bei ihrer Argumentation stützt sich Stöckli auch auf ihre Erfahrung als Tierhalterin ab: «Wir dürfen Schlangen nicht mit lebenden Tieren füttern.» Es geht ihrer Ansicht nach deshalb erst recht nicht, dass die Jagd mit lebenden Ködern, in diesem Falle Füchse, geübt wird. Den Weg, um dies zu verhindern, sieht sie in der Petition.

Tierschutz ist gegen Baujagd

Astrid Becker, die Präsidentin des Aargauischen Tierschutzverbandes (ATS), sagt zur geplanten Anlage: «Wir sind grundsätzlich gegen die Baujagd, obwohl wir wissen, dass diese momentan vom Gesetz her erlaubt ist.» Ausschliesslich deshalb sei der ATS der Meinung, dass es besser sei, in der Schweiz gut kontrollierte Übungsanlagen zu betreiben: «Das ist das kleinere Übel.» Die Alternative wäre, Hunde in solchen Anlagen im Ausland für die Jagd in der Schweiz auszubilden. Dies erscheint dem ATS viel schlechter. «Es ist nach wie vor unser Ziel, diese Form von Jagd auch per Gesetz zu verbieten.»

Die Ausbildung von Baujagdhunden mit lebenden Füchsen findet der aargauische Tierschutzverein aus tierschützerischen Gründen sehr problematisch und ist daher abzulehnen. Die Belastung für Hund und Fuchs sei viel zu gross – und damit gegen die Natur. Ein rechtliches Mittel habe der Tierschutz aber nicht, um den Bau und Betrieb von Kunstbauten für die Jagdausbildung von Bauhunden zu verhindern. Der Schweizerische Tierschutz (STS) hält dazu fest: Unter tierschützerischen und jagdlichen Aspekten gehört die Baujagd verboten.

Aktuelle Nachrichten