Baden
Tierische Rettungsaktion: «Badener Tagblatt»-Redaktion hilft Entenfamilie aus misslicher Lage

Eine Entenmama und ihre elf Küken waren heute Mittag auf der Terrasse des BT-Hauses gefangen. Das Tier hatte sich den unglücklichen Ort als Brutplatz ausgesucht und war nun auf fremde Hilfe angewiesen.

Sarah Kunz
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Fröhlich schnatternd watschelte heute Mittag eine Entenfamilie über die Terrasse des BT-Hauses in Baden, sehr zur Überraschung der Redaktion, die im Sonnenschein gerade ihr Mittagessen einnahm. Schnell fiel aber auf, dass Mama Ente wohl alles andere als fröhlich war. Sie hatte sich und ihre elf Küken nämlich in eine sehr missliche Lage gebracht.

Die ausgewachsene Ente hatte sich die Grasflächen der Terrasse als Brutplatz ausgesucht. Nur dumm, dass sich die Terrasse im 2. Stock des Gebäudes befindet und die Tiere somit gefangen waren. Gleichzeitig war aber auch genau diese Tatsache ihr Glück.

Die tierische Rettungsaktion auf dem Dach des BT-Hochhauses in Bildern:

Entenfamilie Eine Entenfamilie hat sich auf die Terrasse des BT-Hauses in Baden verirrt.
7 Bilder
Entenfamilie Mama Ente hat sich den etwas unglücklichen Ort als Brutplatz ausgewählt.
Entenfamilie Die Terrasse ist nämlich nur von Innen zugänglich.
Entenfamilie Nach Hilfe suchend eilte die Entenmutter zur Redaktion des Badener Tagblatts, die zu dieser Zeit ihr Mittagessen im Sonnenschein einnahm.
Entenfamilie Diese alarmierte die Jagdaufseher der Region, welche der tierischen Familie zu Hilfe eilte.
Entenfamilie Die Küken werden getrennt vom Muttertier eingefangen und am Dättwiler Weiher wieder freigelassen.
Entenfamilie Vereint im Weiher: Ente gut, alles gut.

Entenfamilie Eine Entenfamilie hat sich auf die Terrasse des BT-Hauses in Baden verirrt.

Sarah Kunz

Denn hätte die Familie die Terrasse verlassen können, hätte sie sich wohl oder übel auf einer stark befahrenen Strasse wiedergefunden. Also gut, konnten die Jungen noch nicht fliegen: "Enten sind sogenannte Nestflüchter", erklärt Livio Rey von der Vogelwarte Sempach. "Das heisst, sie können gleich nach dem Schlüpfen sehen und gehen, tragen ein Daunenkleid und verlassen das Nest. Flügge werden sie aber erst im Alter von etwa acht Wochen." Die Terrasse auf eigene Faust - oder eben Flügel - wieder zu verlassen, stand für die tierische Familie folglich ausser Frage.

Verzweifelt drehte die Mama also ihre Runden, bis drei alarmierte Jagdaufseher aus der Region eintrafen. Die konnten die Familie aus ihrer unglücklichen Lage befreien. Mit geschickten Händen und mithilfe eines Netzes fingen die drei Männer zuerst das Muttertier, dann die Jungen ein. Wäre Mama Ente beim Rettungsversuch nämlich davongeflogen, wären ihre Jungen in eine Tierauffangstation gekommen. So aber sind sie nun unterwegs an den Dättwiler Weiher, wo sie sich hoffentlich von ihrem holprigen Start ins Leben erholen können. Bleibt zu hoffen, dass sich die Kleinen im Erwachsenenalter einen etwas geschickteren Ort zum Brüten ihres Nachwuchses aussuchen.