Spreitenbach-Killwangen
Tödliche Dramen, Sprinkler-Alarm im Shoppi und verbrannte Baguettes – Feuerwehr rückte letztes Jahr 100 Mal aus

Genau 100 Einsätze verzeichnete die Feuerwehr Spreitenbach-Killwangen im vergangenen Jahr. Ein Rückblick auf die kuriosesten und tragischsten Vorfälle.

David Rutschmann
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Die Feuerwehr bei einer Einsatzübung.

Die Feuerwehr bei einer Einsatzübung.

AZ Archiv/Rahel Bühler

1. Lieferwagen bleibt stecken

Dass die Feuerwehr immer mal wieder zur Autobahnunterführung auf der Würenloserstrasse in Killwangen ausrücken muss, ist nichts Neues. Trotz klarer Höhenbegrenzung von 2,80 Metern probieren manche Lieferwagenfahrer immer wieder, die Unterführung zu passieren, und bleiben stecken. Ende April hätte es ein ortskundiger Fahrer fast durch die ganze Unterführung geschafft, allerdings nicht ohne, so der Einsatzbericht, «seinen Lieferwagen kurzerhand zum Cabriolet gemacht» zu haben. Fotos zeigen den unordentlich skalpierten Lieferwagen. Die Feuerwehr hilft nach und kann den Wagen schliesslich dem Abschleppdienst übergeben.

2. Sprinkler-Alarme im Shoppi

«Sprinkler-Meldung im Shoppi Spreitenbach» ist unter lokalen Feuerwehrkräften fast schon eine Art Running Gag. Insgesamt kamen durch Sprinkler im vergangenen Jahr 17 Meldungen zusammen, allein sechs aus dem Shoppi und fünf aus der Ikea. Dahinter stecken meist LKW, die bei der Anlieferung einen Sprinkler anfahren und aktivieren. Der folgerichtige Alarm holt die Feuerwehr zu oft unchristlicher Zeit aus den Federn. Dabei haben die Mitarbeitenden aufgrund der Regelmässigkeit dieser «Anlieferungspannen» oft schon Erfahrung und können den Wasserfluss auch ohne Hilfe stoppen.

3. Hotel-Toaster löst Brandalarm aus

Apropos fälschliche Brandmeldungen: Im Hilton-Hotel wird in der Showküche im Februar so heftig grilliert, dass der Dampf den Rauchmelder aktiviert. Die Hektik, die daraus entsteht, veranlasst einen Mitarbeiter dazu, zusätzlich den Nottaster zu durchbrechen und zu betätigen. Da dieser Nottaster nur provisorisch repariert wird, aktiviert er sich zwei Tage später selbst, und die Feuerwehr steht einmal mehr vergeblich auf der Matte.

In den Garden-Inn-Appartments sorgen hingegen im Verlauf des Jahres getoastete Baguettes und Schinkengipfeli in der Mikrowelle für fälschliche Brandmeldungen. Anfang November wird die Feuerwehr alarmiert, weil beim Bahnhof Killwangen-Spreitenbach ein mittelschwerer Brand an einem Zug vermutet wird. Vor Ort stellt sich heraus: Es handelt sich nur um Rauch, der aus der Zugtoilette austrat − vermutlich hatte sich ein Fahrgast dort eingeschlossen, um, laut Einsatzbericht, «irgendwas zu rauchen».

4. Tödliche Dramen

Natürlich sind nicht alle Feuerwehreinsätze erheiternd. Im April entdeckt das Pflegepersonal kurz vor Mitternacht im Zimmer einer 85-jährigen Bewohnerin des Senevita-Lindenbaum-Altersheims einen Brand. Die Pflegerin versucht zunächst noch, den Brand mit einem Handfeuerlöscher selbst in den Griff zubekommen, muss aufgrund der starken Rauchentwicklung allerdings abbrechen. Die Feuerwehr kann die Rauchentwicklung eindämmen, die Bewohnerin findet sie allerdings tot auf.

Tragisch ist auch der Sturz eines 27-Jährigen aus Spreitenbach aus dem elften Stock eines Mehrfamilienhauses in den Liftschacht. Auch ihn muss die Feuerwehr tot bergen.

5. Wind schiebt Abfallcontainer in Bach

Entgegen solchen aussergewöhnlichen und tragischen Vorfällen gehören Sturmeinsätze zum täglichen Brot der Feuerwehr. Die Winterstürme «Lolita» und «Sabine» sorgen zwar für einige Aufräumarbeiten. Aber erst starke Windböen im März schubsen einen Abfallcontainer in den Dorfbach. Die Bewohner bleiben bei der Bergungsaktion erfolglos, also muss die Drehleiter der Feuerwehr als Kran herhalten, damit der Müll wieder fachgerecht entsorgt werden kann.