Bergdietikon
Tödlicher Unfall: 93-jähriger Rentner überfuhr Ehefrau – bestraft wird er nicht

Vor einem Jahr starb in Bergdietikon eine Fussgängerin, als sie von einem Auto überrollt wurde. Nun ist das Strafverfahren abgeschlossen.

David Egger
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Nach dem Unfall: Aargauer Kantonspolizisten untersuchen das Fahrzeug.

Nach dem Unfall: Aargauer Kantonspolizisten untersuchen das Fahrzeug.

zvg

Es war der Montag, 16. Dezember 2019, kurz nach 12 Uhr, auf einer Bergdietiker Quartierstrasse. Ein 93-jähriger Schweizer Autofahrer übersieht eine Fussgängerin. Er überfährt sie. «Trotz sofortigen Rettungsmassnahmen durch Ersthelfer und der Sanität verstarb die 89-jährige Fussgängerin auf der Unfallstelle», teilt die Kantonspolizei Aargau vier Stunden nach dem Unfall mit.

Dem Autolenker entzieht sie vorläufig den Führerausweis. Zur Klärung des Unfallhergangs eröffnet die Staatsanwaltschaft Baden ein Verfahren. Dieses ist mittlerweile abgeschlossen, sagte am Dienstag Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Oberstaatsanwaltschaft, auf Anfrage.

Der Tod kam im Rückwärtsgang

«Die Ermittlungen haben gezeigt, dass der Rentner langsam auf einer Quartierstrasse rückwärts fuhr, während seine Ehefrau zu Fuss voranging und ihm den Weg wies. Aus unbekannten Gründen stürzte die Ehefrau und wurde danach vom Auto überrollt», sagt Strebel.

Die Staatsanwaltschaft Baden hat das Verfahren gegen den Autofahrer im August rechtskräftig und ohne Strafe eingestellt. Gestützt auf Artikel 54 des Strafgesetzbuchs, wie Strebel sagt. «Der Ehemann war durch die unmittelbaren Folgen des tragischen Unfalls, nämlich den Verlust seiner Ehefrau so schwer betroffen, dass eine Bestrafung unangemessen gewesen wäre.»

Der 93-Jährige wohnt im Kanton Zürich, bestätigt Strebel die Vermutung dieser Zeitung. Das Strassenverkehrsamt darf aus gesetzlichen Gründen nicht angeben, ob es dem Mann den Führerausweis endgültig entzog oder nicht.

Unfall bei der Bushaltestelle Feldegg: Verfahren wurde ebenfalls eingestellt

Auch am Donnerstag, 3. Oktober 2019, wurde eine Fussgängerin angefahren – in Urdorf bei der Bushaltestelle Feldegg, kurz nach 17 Uhr. Eine Person stieg aus einem Bus aus und wollte sogleich den Bus auf der anderen Seite der Feldstrasse erreichen. «Sie überquerte unmittelbar vor dem stehenden Bus die Feldstrasse. Dabei wurde sie von einem Personenwagen frontal erfasst, welcher von Urdorf herkommend Richtung Schlieren unterwegs war», teilte die Kantonspolizei Zürich damals mit.

Das Opfer wurde auf die Strasse geschleudert, erlitt mittelschwere Verletzungen und musste mit einem Rettungswagen ins Spital gebracht werden.

Wie nun eine Nachfrage bei der Kantonspolizei Zürich ergeben hat, wurde kein staatsanwaltschaftliches Verfahren gegen den Autofahrer eröffnet. Denn das Unfallopfer hat auf einen Strafantrag verzichtet.

Die beiden Feldegg-Bushaltestellen befinden sich an der Feldstrasse zwischen dem Spital Limmattal und dem Kreisel Feld-, Berg- und Schlierenstrasse. Es handelt sich um Bushaltestellen mit Busbuchten.