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Tohuwabohu in Killwangen: CVP-Gemeinderat wechselt zur SVP – und tritt eine Woche später wieder aus

Die SVP unterstützt Gemeinderat Patrick Bellini nicht im Vizeammann-Wahlkampf – er zieht die Konsequenzen und verlässt die Partei nach nur einer Woche wieder.

Martin Rupf
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Gab ein kurzes Gastspiel in der SVP: Patrick Bellini.

Gab ein kurzes Gastspiel in der SVP: Patrick Bellini.

zvg

Es war ein kleiner Paukenschlag letzte Woche, als CVP-Gemeinderat Patrick Bellini im «Badener Tagblatt» verkündete, er trete aus der CVP aus und wolle für die SVP ins Rennen um das Vizeammann-Amt steigen. Seine Ambitionen auf dieses Amt hatte er bereits im Februar kundgetan – damals noch als CVP-Mann. Tatsächlich wurde der 49-Jährige letzten Mittwoch an der Generalversammlung der SVP Killwangen in die Partei aufgenommen. Doch wer den GV-Bericht genau liest, der stutzt: «Die Versammlung beschloss, bei den anstehenden Gemeinderatswahlen die beiden Bisherigen, Gemeindeammann Werner Scherer sowie Gemeinderat Jürg Lienberger, zur Wiederwahl zu empfehlen. Als Vizeammann unterstützt und empfiehlt die SVP Killwangen den parteilosen Gemeinderat Walti Hubmann zur Wiederwahl.»

Bemerkenswert: Die SVP portiert also nicht ihr Neumitglied, sondern den bisherigen Vizeammann. Dieser Umstand stösst auch Patrick Bellini, der 2013 in die Exekutive gewählt wurde, sauer auf. Und er zieht die Konsequenzen aus der Nicht-Unterstützung der SVP im Vizeammann-Rennen: «Ich habe entschieden, der SVP den Rücken zu kehren. Ich will nicht, dass noch mehr Geschirr zerschlagen wird.» Stattdessen werde er als Parteiloser für das Vizeammann-Amt kandidieren. «Es ist schade, dass es so weit kommen musste. Ich glaube nach wie vor, dass ich mit meiner Haltung und meinen Positionen nicht schlecht in die SVP gepasst hätte», sagt Bellini. An der Generalversammlung selber konnte er nicht teilnehmen, da er im Ausland weilte. «Wir vereinbarten aber, dass ich per Telefon dazugeschaltet werde. Als dies nicht passierte, wusste ich, da stimmt etwas nicht», sagt Patrick Bellini.

SVP spricht von Missverständnis

Weshalb innerhalb der SVP Opposition gegen ihn erwachsen sei, könne er sich nicht erklären. «Vielleicht bin ich in der Vergangenheit etwas zu zielstrebig und bestimmt aufgetreten. Doch für das Amt des Gemeinderats sind das doch genau die Eigenschaften, die man sich wünscht.» Bellini wirft der SVP einzig vor, falsche Signale ausgesendet zu haben. «Man gab mir zu verstehen, dass man mich in der Partei will. Doch offensichtlich hat man nicht mit offenen Karten gespielt. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass man mir reinen Wein einschenkt.»

Was sagt der SVP-Vorstand zum Ganzen? «An der Generalversammlung kam von verschiedenen Mitgliedern Opposition auf», sagt Andreas Oberholzer. In der Abstimmung hätten dann die SVP-Mitglieder grossmehrheitlich Walti Hubmann die Unterstützung im Vizeammann-Rennen zugesagt. SVP-Vorstandsmitglied Oberholzer bedauert, dass die Geschichte so gelaufen ist, nimmt aber auch den Vorstand in Schutz. «Offenbar lag hier eine Fehleinschätzung beziehungsweise ein Missverständnis seitens Herr Bellini vor. Wir haben ihm vor der Generalversammlung in Bezug auf den Vizeammann-Wahlkampf nie konkrete Zusagen gemacht.»

Auch wenn Patrick Bellini keinen Hehl aus seiner Enttäuschung macht, hält er fest: «Dieses Tohuwabohu hat keinen Einfluss auf die Zusammenarbeit mit den beiden anderen SVP-Gemeinderäten Werner Scherer und Jürg Lienberger.»