Verzerrte Gitarrenklänge brechen wellenartig auf das tanzende Publikum ein und ergiessen sich als poppige Mixtur über den Saal des Merkker. Mit viel Energie und ausgesprochener Ehrlichkeit spielen sich Sheila She Loves You in die Herzen der Fans. Mit ihnen und The Fridge präsentiert das Inox live im Merkker zwei Indie-Bands, die verschiedener nicht sein könnten.

Ehrlicher Indiepop

Es ist Musik für einen unbeschwerten Sommertag, den die fünf Basler von Sheila She Loves You zum Besten geben. Tanzbar, glamourös und melodisch – sie selbst bezeichnen ihren Sound treffend als Powerpop. Er ist mitreissend und schnörkellos, nur selten verirren sich einzelne Gitarrensolos in die sonst simplen Melodiebögen. Schräge Synthie-Klänge bringen zusätzlich Farbe in die Musik, sogar karibische Grooves eines synthetischen Steeldrums mischen sich unter den Soundteppich.

Mit «Sorry» bringen die jungen Basler nach drei Jahren ihr zweites Album auf den Markt. Dass es sich dabei um durchaus radiotaugliche Musik handelt, zeigt die Wahl zum SRF 3 Best Talent in diesem Monat. Im Merkker beweisen sie, dass ihnen diese Auszeichnung nicht umsonst verliehen wurde. Das treibende Schlagzeug und die rockigen Gitarrenriffs verwandeln das Lokal in einen Tanzpalast.

Mitreissend und verträumt

Zwei Stunden zuvor stand The Fridge auf dem Programm: Die Discokugel malt weisse Punkte an die Wände, die Zuschauer setzen sich nach und nach auf den Boden und beobachten fasziniert das Treiben auf der Bühne.

Der bärtige junge Mann mit Glatze überrascht mit einer Feinfühligkeit, die man seinem Aussehen nach nicht erwarten würde. Gefühlvoll zupft er die Gitarre, begleitet von verspielten Klängen des Xylofons. Musik für eine lange Zugfahrt – sanft hallt die Trompete durch das Merkker, die Melodien nehmen einen mit auf die Reise.

Kreativität wird bei The Fridge gross geschrieben. Die Gitarrensaiten werden mit einem Geigenbogen angespielt, Töne gehen ineinander über und verschwimmen. Mal ist der Sound jazzig, dann wieder erinnern die gefühlsgeladenen Melodiebögen an Postrock. Einfachste knackige Synthie-Spuren und das aufblitzende Licht des Stroboskops lassen den Auftritt hypnotisch erscheinen. Unterstützt wird die Szenerie durch den mehrstimmigen Gesang und den Einsatz einer Melodica: einfach Musik, um zu träumen.