Mellingen
Traum von einer Brauerei im «Weissen Kreuz» geplatzt

Die Traditionsbeiz in der historischen Altstadt von Mellingen wird nicht zu einer Brasserie, sondern an einen Architekten und an einen Investor verkauft. Der Traum von einer Brauerei im «Weissen Kreuz» ist damit wohl endgültig geplatz.

Erna Lang-Jonsdottir
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Stefan Knecht freute sich; nun ist sein Traum geplatzt.

Stefan Knecht freute sich; nun ist sein Traum geplatzt.

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Eigentlich hätte aus dem «Weissen Kreuz» in der historischen Altstadt von Mellingen eine Gasthofbrauerei mit Brasserie und «Stübli» werden sollen. 1,5 Millionen Franken wollten die vier Brüder Knecht aus einer Winzerfamilie in Döttingen in das Projekt investieren. Nun erklärt Stefan Knecht aus Mellingen, Präsident des Verwaltungsrates der Firma «Brauerei zum Weissen Kreuz AG» und Besitzer des Restaurants, dass das Vorhaben geplatzt ist.

«Ich habe dabei Geld und einen Wunschtraum verloren», bedauert Knecht. Weshalb das Vorhaben den Bach runter gegangen ist, erklärt er wie folgt: «Da der Betrieb zu eng geworden wäre, zwangen uns die kantonalen Auflagen dazu, das Restaurant und die Küche auf zwei Stöcken zu bauen. Damit wäre das Projekt zu teuer geworden.» Wie er weiter ausführt, hätten die Neuerungen den Kostenrahmen von 1,5 Millionen Franken zwar gesprengt; die Investitionen wären jedoch möglich gewesen. Das Problem: «Die laufenden Kosten wären wirtschaftlich gesehen nicht mehr tragbar gewesen.»

Knecht hat Geld verloren

Stefan Knecht, der bereits viel Geld in den Umbau des Restaurants und in die Bestellung bei einer Brauerei investiert hatte, wird dieses abschreiben müssen. «Ich werde das Restaurant an einen Architekten und an einen Investor verkaufen», erklärt Knecht. Um wen es sich dabei handelt und wie viel Geld er verloren hat, will Knecht derzeit nicht bekannt geben. Die Verträge seien bereits erstellt «und liegen für die Unterschrift bereit». Vorgesehen seien ein neu renoviertes Restaurant sowie drei Wohnungen. Wie Knecht erklärt, sei die im letzten Jahr gegründete AG «Brauerei zum Weissen Kreuz» noch nicht aufgelöst worden.

Kein Bier für Agnes Heuer

Für Stefan Knecht ist der geplatzte Wunschtraum nicht einfach zu verdauen. «Aber es geht mir schon wieder besser», sagt er dazu. Der Entscheid sei jedoch vernünftig gewesen.

Vorgesehen war, eigenes Mellinger Bier zu brauen. Die Rede war von Lager-, Hefeweizen-, Dinkel- und Dunkelbier sowie von einem «Jule-Bräu» (dänisches Weihnachtsbier). Zudem wollten die Gebrüder Knecht eines der Biere Agnes Heuer widmen – dem Mellinger Wirten-Original, das während über 39 Jahren im «Weissen Kreuz» ausgeschenkt hat.

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