Birmenstorf
Treibhäuser: Pro Natura sieht weiteren Handlungsbedarf

Reussgegend bei Birmenstorf soll Landschaftsschutzzone werden.

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Die Gemeinde Birmenstorf hat die Nutzungsplanung überarbeitet und Zonierungen zurückhaltend und in vorbelasteten beziehungsweise weniger gut einsehbaren Gebieten realisiert.

Die Gemeinde Birmenstorf hat die Nutzungsplanung überarbeitet und Zonierungen zurückhaltend und in vorbelasteten beziehungsweise weniger gut einsehbaren Gebieten realisiert.

Auf den Feldern von Birmenstorf hätten vor rund zwei Jahren 13,33 Hektaren in eine Speziallandwirtschaftszone für Gemüsebaubetriebe umgewandelt werden sollen. Dies hätte grossflächige Bauten ermöglicht, die das Landschaftsbild in der zum Teil national geschützten Reussgegend stark verändert hätten.

Auch, da diese Bewirtschaftungsform die Böden nachhaltig beeinträchtigt hätte, übte der Naturschutzverband Pro Natura Aargau grossen Widerstand − und die Richtplanänderung wurde gestoppt. Die Gemeinde Birmenstorf hat die Nutzungsplanung überarbeitet und Zonierungen zurückhaltend und in vorbelasteten beziehungsweise weniger gut einsehbaren Gebieten realisiert.

Die Naturschützer begrüssen diesen Entscheid, mahnen nun allerdings zu weiterem Handlungsbedarf. In einer Presse­mitteilung schreibt Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau: «Die Gemeinde hat einen wichtigen Schritt vollzogen, um das wertvolle Landschaftsbild in der Reussgegend vor einer gegenwärtigen Überbauung durch Gewächshäuser zu schützen. Um diese Landschaften aber auch für nachfolgende Generationen zu bewahren, müssen sie als Landschaftsschutzzonen in der Gemeinde auch für die Zukunft geschützt werden.»

Die Reusslandschaft ist eine Landschaft von nationaler Bedeutung (BLN). «Man fragt sich, wovor denn der BLN-Status diese Landschaft schützen soll, wenn nicht genau vor solch massigen Bauten ausserhalb der Bauzonen», sagt Betsche. In Eggenwil beispielsweise stören die dortigen Treibhäuser für Intensivlandwirtschaft mitten in der Reusslandwirtschaft die Anwohner. Um die verbleibende Landschaft zu schützen, hat die Gemeinde Eggenwil nach der negativen Erfahrung mit den Gewächshäusern fast ihr ganzes verbleibendes Landwirtschaftsland mit einer Landschaftsschutzzone überlagert.

Die von der Nutzungs­planung betroffenen Landschaften in Birmenstorf seien wertvoll und erforderten einen klaren Schutz gegen eine weitere schleichende Zersiedelung. Pro Natura Aargau fordert daher, dass nicht nur bloss von einer gegenwärtigen Überbauung durch Gewächshäuser abgesehen wird, sondern dass die betroffenen Landschaften im BLN-Perimeter auch tatsächlich durch Landschafsschutzzonen geschützt werden.

Abdeckungen und ähnliche Anlagen sollten zudem nicht länger als drei Monate in einer Landschaftsschutzzone stehen. Die BNO-Bestimmungen müssten diesbezüglich klar und unmissverständlich sein, um diese Landschaften vor dauerhaften Bauten zu schützen.

Pro Natura Aargau ist bestrebt, die Gemeinde Birmenstorf in ihren Bemühungen für einen planerischen Konsens zu unterstützen. Die Naturschutzorganisation hat im Rahmen der öffentlichen Auflage für die Nutzungsplanung eine Einwendung zum Schutze der betroffenen Landschaften und Naturwerte eingereicht. (az)