Baden
Trotamundos ist das Zuhause der Weltenbummler

Das Badener Kulturlokal Trotamundos feiert seinen dreijährigen Geburtstag aus Platzgründen in der Stanzerei. Mittlerweile ist der Verein auf 1700 Mitglieder angewachsen.

Philippe Neidhart
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Das Trotamundos hat in drei Jahren 1700 Mitglieder gewonnen. phn

Das Trotamundos hat in drei Jahren 1700 Mitglieder gewonnen. phn

Knarrend öffnet sich die Holztür am Hahnrainweg 13 – eine steile Treppe führt hinauf in das Vereinslokal der Badener Weltenbummler. An den kunstvoll bemalten Wänden hängen Bilder und im Kamin knistert das Feuer vor sich hin – fast so wie in einem Wohnzimmer.

Ein kleines Stadtmärchen

Wo sich mittlerweile ein gut ausgestattetes Lokal befindet, war vor vier Jahren noch ein alter Lagerraum. Die Idee des Trotamundos stammt ursprünglich von Fanny Raffinger. Nachdem in Baden einige Kulturlokale dichtmachen mussten, entschloss sie sich, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Schnell fanden sich Gleichgesinnte und über Freunde lernte sie Bernd Reichert kennen, Besitzer des Grundstücks am Hahnrainweg. Dieser stellt dem Verein das Gebäude kostenlos zur Verfügung. «Nach einer ersten Besichtigung war uns klar, dass wir unsere Idee umsetzen wollen – zwei Tage später war das Konzept abgeschickt und nach nur zwei Wochen konnten wir bereits mit dem Umbau beginnen», sagt Sepp Muntwyler, der seit dem ersten Tag zum Trotamundos-Team gehört.

Sechs Monate dauerten die Arbeiten und immer mehr Leute schlossen sich den Weltenbummlern an: «Ich hatte sechs Jahre keinen Kontakt mehr mit Fanny und habe sie per Zufall im Baucenter beim Brünneli-Kauf getroffen und bot meine Hilfe beim Umbau an», erzählt Janine Ort. Seitdem ist sie festes Mitglied des Teams und will das Kulturlokal nicht mehr missen: «Für mich ist das Trotamundos wie mein zweites Wohnzimmer geworden.»

Engagement aus Überzeugung

In den drei Jahren ist das Team auf elf Personen angewachsen und das Trotamundos zu einem festen Bestandteil der Badener Kulturszene geworden. «Am Anfang rechneten wir mit höchstens 300 Mitgliedern», so Strebel, «heute sind es rund 1700.» Es finden Konzerte und Ausstellungen statt, jeden Sonntag trifft man sich für einen gemütlichen Spiele-Abend und für Literaturbegeisterte wird zudem monatlich ein Buch vorgestellt. Trotz des enormen Aufwands arbeitet das Team unentgeltlich. Dass sie sich freiwillig engagieren, hat viel mit den Gästen zu tun: «Wir haben eine wundervolle Klientel», freut sich Ort, «es sind Leute, die ihre leeren Flaschen zurück an die Bar bringen, die lächeln, Danke und Bitte sagen – Gäste, mit welchen man sich wunderbar unterhalten kann.»

Teammitglied Nora Strebel sieht es ähnlich: «Wir machen es aus der Überzeugung, dass uns die Leute für das, was wir tun, etwas zurückgeben.» Die Einnahmen aus dem Barbetrieb werden laufend in weitere Projekte investiert. So entstand beispielsweise eine Dachterrasse, die im Frühling 2011 eröffnet wurde und sich auch am Stadtfest grösster Beliebtheit erfreute: «Es war wundervoll zu sehen, wie Auswärtige das Trotamundos und die Liebe, die drinsteckt, wahrnahmen», sagt Janine Ort.

Wenn Libsig gratuliert

Wie lange diese Stadt-Idylle noch anhält, steht nicht fest, denn die dreijährige Zwischennutzungsbewilligung neigt sich dem Ende zu. Die Unterlagen zur Verlängerung wurden jedoch bereits eingereicht: «Wir wollen weitermachen, solange es geht», sagt Strebel. Doch zuerst einmal wird gefeiert. Da das Vereinslokal mittlerweile zu klein für eine solches Fest geworden ist, wird dieses in der Stanzerei stattfinden. Nebst dem Singer-Songwriter Captn Wendt und den Dirty Cowboys wird Wortakrobat Simon Libsig mit einem speziell für den Anlass zugeschnittenen Programm auftreten.

Drei Jahre Trotamundos in der Stanzerei: Samstag, 20. April 2013, Türöffnung: 20 Uhr, Beginn 21 Uhr.

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