Nach einem wahren Verfahrensmarathon kann die Richi AG im Gebiet Oberhalte Kies abbauen: Bereits 2010 stellte die Firma das entsprechende Gesuch. Wie der «Reussbote» berichtete, stiess der geplante Kiesabbau auf Widerstand in der Bevölkerung. Unter Auflagen genehmigte der Gemeinderat im Dezember das Begehren.

Sicherheit der Schüler

Die grösste Befürchtung der Bevölkerung: Der Lastwagenverkehr könnte die Sicherheit der Fussgänger gefährden – insbesondere der Schüler: Ihr Schulweg führt über die Zu- und Wegfahrt der Kiesgrube. In Spitzenzeiten werden die Lastwagen zwei Mal pro Stunde werden via Künter-, Eggenwiler- und Sulzerstrasse fahren.

Vier Jahre haben alle Abklärungen und das Bewilligungsverfahren beim Kanton und der Gemeinde für das Abbaugesuch gedauert: «Unter anderem war die Verkehrserschliessung für das Gebiet Oberhalte sehr aufwendig», erklärt Gemeindeammann Werner Fischer. «Zudem versuchten wir, die Bedürfnisse aller Beteiligten zu berücksichtigen – das braucht Zeit.»

Mit den Auflagen zur Gewährleistung der Sicherheit des Schulwegs ist die Richi AG einverstanden: «Es ist klar, dass man für die Sicherheit insbesondere der Schüler sorgen muss», sagt Geschäftsführer Jakob Richi.

Was finanziell zusetzt, sei der Verwaltungsaufwand: Die Verfahren und die Gutachten kosten Geld, im Verhältnis zu der Menge abgebauten Kieses fast zu viel Geld: «Angesichts der geplanten Abbaumenge ist diese Kiesgrube für uns nur grenzwertig wirtschaftlich», sagt Richi.

Geplant ist, 276 000 Kubikmeter Kies abzubauen. Im Vergleich: In der grössten Kiesgrube der Richi AG im Kanton, in Würenlos, baut das Kieswerk 3 Millionen Kubik Kies ab.

«Man kann nie vorhersehen, wie umfangreich die Gutachten sein müssen und welche Auflagen zu erfüllen sind», sagt Richi. «Wenn wir die Kosten vorher hätten einschätzen können, hätten wir eine grössere Abbaumenge beantragt.»

Verschiedene Auflagen

Es sind mehrere Auflagen, welche die Richi AG einhalten muss: Für die Fussgänger muss das Unternehmen entlang der Künter- und Eggenwilerstrasse Fusswege und über den Künterbach eine Brücke anlegen.

Die Lastwagen sollen im Kreisverkehr zur Kiesgrube fahren: Die Wegfahrt führt über die Künter- und Eggenwilerstrasse, während die Zufahrt über die Sulzer-, Eggenwiler- und Künterstrasse erfolgt.

Auf der Sulzer- und der Eggenwilerstrasse muss das Kieswerk zudem Ausweichstellen anlegen. Jährlich wird ein Protokoll über den Zustand der beiden Zubringerstrassen erstellt. So soll verhindert werden, dass die Gemeinde für Folgeschäden aufkommen muss.

Ab 2015 wird während zehn bis zwölf Jahren Kies abgebaut. Danach wird das Gebiet Oberhalte wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt: Das Loch wird aufgefüllt und das Land kann erneut landwirtschaftlich genutzt werden. Ein Teil des Gebietes wird Naturschutzgebiet.